Renntag in Aldenhoven 2025

Am letzten August-Samstag (30.08) fand wieder ein Renntag auf dem formidablen ATC-Oval in Aldenhoven statt. Das Starterfeld war mit insgesamt 25 Anmeldungen ähnlich stark besetzt wie im Vorjahr.

Text: Jan Kranczoch, Fotos: Jan Kranczoch & Jörg Basler

Dieses Mal eine neben 24 Männern eine Athletin dabei; die Fahrzeugklassen verteilten sich auf 18 vollverkleidete Velomobile, zwei teilverkleidete Liegeräder, ein offenes Trike und drei unverkleidete Einspurer.

Die Langzeit-Wettervorhersage für den Renn-Termin ließ einen erschaudern, denn neben heftigen Böen waren auch ausgiebige Niederschläge angekündigt. Je näher jedoch das Wochenende rückte, desto besser wurden die Aussichten. Mit dem Wind jedoch sollten sie recht behalten. Dieser gehört in Aldenhoven eigentlich fest zum Wettbewerbs-Programm und ersetzt sehr wirksam die fehlenden Höhenmeter auf diesem Rundkurs.

So knatterten auch die Fahnen in Innenfeld der ATC-Anlage, als ich mich mit meinem unverkleideten Tieflieger zu einer Warm-up Runde auf die Asphaltbahn stellte. Um beim Anfahren gegen den Wind überhaupt etwas in Schwung zu kommen, musste ich einige Gänge herunterschalten. Vielleicht hatten das einige Beobachter mitbekommen – jedenfalls musste ich mir nach dem Absteigen mehr als einmal anhören, dass man mit einem Velomobil ja viel, viel weniger mit diesem lästigen Gegenwind zu ringen habe. Das musste ich unwidersprochen hinnehmen, es sorgte aber bei mir nur für eine Extraportion Adrenalin und Kampfgeist.

Beim Anlauf zur „schnellen Runde“. Foto: Jörg Basler
Beim Anlauf zur „schnellen Runde“. Foto: Jörg Basler

Wie es bereits für Aldenhoven gute Tradition ist, begannen die Wettbewerbe mittags mit einem Lauf zur „Schnellen Runde“, in dem – ebenso traditionell – Christian Winkgen das Pacecar gab. Zwei Runden lang beschleunigte er mäßig an der Spitze des Feldes, wobei niemand überholen durfte. Nach seiner Überfahrt der Start-Ziel-Linie begann das eigentliche Rennen und die Teilnehmenden fuhren all-out. Natürlich war der Pulk der vollverkleideten Fahrzeuge weit voraus, daher kann ich den Rennverlauf nur aus Sicht der Liegeradfahrer schildern: Uli Bentlage hatte sich in den beiden Anlauf-Runden sehr weit vorne zwischen den Velomobile eingeordnet. Dies war sicherlich mit hohem Kraftaufwand verbunden; er blieb aber lange Zeit unentdeckt. Bernhard Böhler, der vor mir fuhr, bemerkte Ulis erheblichen Vorsprung und schloss spät, aber rechtzeitig zu ihm auf und überholte sogleich, wobei ich seiner Tempoverschärfung knapp folgen konnte. Dieser besonderen Anstrengung war es vielleicht geschuldet, dass ich ihn in der Kurve zur Zielgeraden noch mit einem Sprint abfangen konnte. Weit vor uns hatte da schon Matthias König als insgesamt schnellster Starter mit einem Schnitt von 78,4 km/h die Zielflagge passiert. Wie aus dem Nichts ergoss sich in der Ausroll-Runde dann ein kräftiger Schauer genau über unseren Köpfen. Dieser ließ alle in den Hagar eilen, in dem Brötchen, selbst gebackene Kuchen und Getränke lockten.

Starpositionen auf dem feinporigen Asphalt der ATC Rennbahn. Foto: Jörg Basler
Starpositionen auf dem feinporigen Asphalt der ATC Rennbahn. Foto: Jörg Basler

Zum Start des Stundenrennens gegen 13:45 war durch die sogleich zurückkehrende Sonne und den handwarmen Asphalt die Fahrbahn wieder abgetrocknet. Auch das Zelt des Zeitnehmers Edgar Teufel war zur Sicherheit etwas wetterfester gemacht worden. Otmar Buchert schwenkte die Startfahne zu diesem Lauf, in dem alle Fahrzeugtypen gemeinsam antraten. Natürlich waren auch hier die Velomobile um Welten schneller unterwegs. Das lag nicht nur an der überlegenen Technik, sondern auch an den bekannt starken Fahrern, die am Schluss in der Reihenfolge Matthias König (Schnitt 73,8 km/h), Ruben Schütze und Julian Kraft die besten Plätze belegten. Bei den teil- und unverkleideten Fahrzeugen gewann wie im Vorjahr Bernhard Böhler. Bis zum Zieleinlauf hatte ich Tuchfühlung zu ihm und setzte auch wieder mutig zu einem Sprint an, bei dem mich jedoch die Oberschenkel im Stich ließen. Jedenfalls hatte ich alles versucht…

Die Ergebnisse der Rennen mit Einzelwertung können übrigens auf der nicht-kommerziellen Plattform www.spins-live.de eingesehen werden; einfach auf dieser Website den Wettbewerb und den Lauf auswählen.

Plötzlicher Schauer zwischen den Läufen. Foto: Jörg Basler, Droplimits
Plötzlicher Schauer zwischen den Läufen. Foto: Jörg Basler

Auf Initiative von Matthias König wurde anschließend ein Staffel-Wettbewerb ausgetragen. Die Zusammensetzung der Teams orientierte sich grob an der Ergebnis-Liste der „schnellen Runde“, um etwa gleiche Siegchancen zu bieten. Schließlich formierten sich vier Teams mit jeweils fünf Fahrern; alle sollten je eine Runde absolvieren. Vorab wurde um disziplinierte Fahrweise im Bereich der Staffel-Übergabe gebeten und den Teams wurden spezielle Zonen für den Tausch zugewiesen. Die Bahn bot glücklicherweise genug Breite für vier gedanklich getrennte Bahnen. Da die Teams intern sehr unterschiedliche Strategien bei der Reihenfolge ihrer Starter festgelegt hatten, wechselte die Führung während des Rennens mehrmals. Der Schlussfahrer unseres Teams, Jörg Dreßel, startete nach einer sehr gelungenen Staffelübergabe mit einem mäßigen Vorsprung in seine Runde. Verfolgt wurde er von keinem geringeren als dem neuen Rekordhalter über die 4000 m, Julian Kraft. Dieser startete wie erwartet furios, konnte Meter um Meter aufholen, doch Jörg puschte sein Velomobil mit letztem Einsatz zum sehr knappen Sieg unserer Gruppe.

Bei der anschließenden Siegerehrung kamen die Ergebnisse der Staffel nicht zum Tragen, dennoch ist diese Variante ein attraktiver Schlusspunkt, bei dem auch Spaß, Rücksichtnahme und Teamgeist wichtige Komponenten sind. Bei den Renntagen in Assen (NL) ist die Staffel seit vielen Jahren fester Programmpunkt. Zudem wird die Bahn zeitlich voll ausgenutzt, was dem Aufwand für Organisation, Miete und Anreise sehr gerecht wird.

Die Sieger den Endwertung, für die der Stundenwettbewerb maßgeblich war, durften die Wanderpokale in Empfang nehmen, die seit dem letzten Jahr diese Veranstaltung begleiten, Bei den Damen gewann (zwar konkurrenz- aber nicht kampflos!) Beate Ritzert beide Rennen.

Die Teilnehmer
Einige der erfolgreichen Teilnehmer*innen

Die jeweils drei besten Ränge wurden mit wertvollen Sachpreisen (Sportnahrung, Velo-Zubehör) belohnt die von Basler-Bikes (Jörg Basler) gesponsert worden waren.

Einer der Organisatoren – Christoph van Eickels. Foto: Jan Kranczoch
Einer der Organisatoren – Christoph van Eickels. Foto: Jan Kranczoch
Schon seit vielen Jahren dabei: Zeitnehmer Edgar Teufel (l) und Starter / Helfer Otmar Buchert. Foto: Jan Kranczoch
Schon seit vielen Jahren dabei: Zeitnehmer Edgar Teufel (l) und Starter / Helfer Otmar Buchert. Foto: Jan Kranczoch

Im Namen aller Teilnehmenden bedanke ich mich bei den Organisatoren Christoph van Eickels und Matthias König, Otmar Buchert und weiteren Helfern, dem Zeitnehmer Edgar Teufel und den zahlreichen Spendern der Büffet-Beiträge sowie dem HPV-Verein und Droplimits für die finanzielle und planerische Unterstützung. Daneben ist lobend zu erwähnen, dass das Aldenhoven Testing Center erneut seine Bahn und das Geländere für unsere Zwecke zur Verfügung gestellt hat. Weiteres Bildmaterial hat Jörg Basler auf www.droplimits.de zur Verfügung gestellt – ebenfalls vielen Dank hierfür!