Aragonien (Spanien) im Juni 2025

Ende Mai 2025 starteten wir zu unserem dreiwöchigen Ferienabenteuer in Spanien mit Zelt, Anhänger, den vollbepackten Lightning P-38 und jeder Menge Vorfreude im Gepäck.

Text und Fotos : Sandro und Dagmar Bollina

Nach ein paar Zwischenstopps erreichten wir unseren Startpunkt: die Provinzhauptstadt Teruel in Aragonien. Diese beeindruckende Stadt mit ihrer reichen Geschichte und der einzigartigen Mudéjar-Architektur war der ideale Ausgangspunkt für unsere Velotour durch die Serranía Celtibérica, eine der am dünnsten besiedelten Regionen Europas, auch bekannt als „Spanisch Lappland“.

Die Route westlich von Madrid
Die Route westlich von Madrid

Gut vorbereitet

Sandro hatte unsere Lightnings P-38 mit besonders breiten 2,2-Zoll-Reifen ausgestattet, ideal für das abwechslungsreiche Terrain, das vor uns lag. Die Route stand fest und alle Hotelübernachtungen waren gebucht. Die Campingplätze hatten wir nicht vorreserviert, um spontan reagieren zu können.

Sando und Dagmar
Sando und Dagmar auf 1845 m

Start in Teruel.

Vor uns lagen 13 Etappen, rund 800 Kilometer Strecke und 13.000 Höhenmeter, davon etwa 200 Kilometer auf Naturstrassen. Die Landschaft überraschte uns täglich neu. Wir durchquerten rote Canyons, duftende Pinienwälder und karge Hochebenen. Unsere Route führte uns unter anderem durch die mittelalterliche Stadt Albarracín, über Guadalaviar, Tragacete, Cañete, Tormón, Rubielos de Mora und Manzanera und schliesslich wieder zurück nach Teruel. Wir fuhren abseits der Touristenströme, oft auf kleinen Nebenstrassen oder Naturwegen. Die Region wirkte stellenweise fast verlassen deshalb lohnte es sich, genügend Proviant und Wasser dabei zu haben. Sonne, Wind und steile Anstiege bis auf 2000 Meter über dem Meer forderten uns. Die körperlichen Anstrengungen wurden immer wieder durch traumhafte Landschaften belohnt.

Roter Canyon
Roter Canyon

Zelten, kleine Hotels und spanische Gastfreundschaft

Wir zelteten auf kleinen, oft sehr einfachen Campingplätzen und übernachteten in schlichten Hotels. Nicht überall gab es geöffnete Restaurants oder Einkaufsmöglichkeiten doch irgendwie fanden wir immer eine Möglichkeit, uns zu verpflegen.

Ein spezieller Tag

Ein Tag bleibt besonders in Erinnerung: die Etappe von Guadalaviar nach Villanueva de Alcorón entlang des jungen Rio Tajo. Früh am Morgen war die Luft noch frisch. Bald führte uns der Weg in eine wilde, fast unberührte Landschaft. Über uns kreisten Gänsegeier und Adler, unter uns rauschte der Rio Tajo. Wir überquerten eine schmale Hängebrücke und trugen die Velos und den Anhänger einige Meter durch unwegsames Gelände. Es war anstrengend, aber auch wunderschön. Nach einer Picknickpause in einem verlassenen Restaurant standen uns noch einige Höhenmeter bevor bis wir unser Tagesziel erreichten. Am Zielort in Villanueva de Alcorón, wurden wir herzlich empfangen. Das Hotel war leer, der Laden öffnete nur für uns und in der Dorfbar gab es einen Apéro und ein einfaches, aber feines Essen.

Hängebrücke
Hängebrücke

Via Verde

Ein weiteres besonderes Erlebnis war die Fahrt entlang der stillgelegten Bahnstrecke Via Verde Es gibt in Spanien ein ausgedehntes Netz von Radwegen auf ehemaligen Bahntrassen. Obwohl man sich auf den ausgebauten Strecken kaum verfahren kann, ist es nicht immer einfach, die Startpunkte der VíaVerde zufinden. Oft wurden wir auch durch Streckenunterbrüche weg von der Route geleitet und später auf Umwegen wieder auf die Via Verde zurückgeführt. Man radelt durch herrlich einsame Landschaften abseits von Strassen, Dörfern und Städten.

Viadukt
Viadukt

Fazit

Trotz körperlicher Anstrengung und logistischer Herausforderungen bleibt uns die Reise als ein intensives, wunderschönes Abenteuer in Erinnerung. Die rücksichtsvollen Autofahrer, die spanische Gastfreundschaft und die beeindruckende Natur haben uns begeistert.