4. HPBoat-Treffen Nord

Deutsche Tretbootenthusiasten trafen sich am 13. und 14. September an der Mecklenburgischen Seenplatte in Jabel. Einige der schnellsten Tretboote Europas waren vor Ort, wobei neben dem lockeren Austausch über technische Raffinessen auch zwei Wettbewerbe auf dem Programm standen.

Text: Iven Topp & Dieter Hannemann – Bilder: Hannah Brunkhorst & Dieter Hannemann

Der Ort Jabel ist in Bezug auf das Radfahren über die Gemeindegrenzen hinweg vor allem durch den Radweg Berlin–Kopenhagen bekannt. Doch dass man hier auch auf dem Wasser hervorragend radeln kann, wurde spätestens beim 4. HPB-Treffen klar. HPB steht dabei für Human Powered Boats, also rein durch Muskelkraft angetriebene Boote. Einige Tüftler suchen unter diesem Überbegriff nach möglichst guten technischen Lösungen, um die begrenzte Antriebsleistung effizient zum Bootfahren zu nutzen. Für ein Wochenende, an dem die verschiedenen Konzepte auf dem Wasser ihr Potenzial zeigen konnten, stellte die Gemeinde Jabel die Badewiese und die sanitären Anlagen des Campingplatzes zur Verfügung. Hierfür möchten wir der Gemeinde und stellvertretend dem Bürgermeister Johannes Güssmer herzlich Danke sagen! Wir fanden hier gute Rahmenbedingungen und einen weiteren tollen Ort, um nach dreimal Hoya an der Weser ein anderes Gewässer für das HPB-Treffen kennen zu lernen.

Das Organisationszelt
Das Organisationszelt mit Blick auf den See

Natur + Muskelkraft + technische Raffinessen = Tretbootfahren!

Der besondere Reiz des Tretbootfahrens wird ausgemacht durch die Kombination aus sportlicher Muskelkraft, den technischen Besonderheiten der Boote und dem einzigartigen Erlebnis, die Natur und die Umgebung aus einer bestimmten Perspektive zu genießen. Dafür angereist waren drei studentische Teams aus Rostock, Bremen und Duisburg sowie sieben private Tretboote aus Jabel, Rostock, Lübeck, Oldenburg und Karlsruhe. Die Boote der studentischen Teams messen sich jedes Jahr im Rahmen der International Waterbike Regatta IWR und werden stetig durch und für den Wettbewerb optimiert. Daher waren die Favoritenrollen schon vor den Wettbewerben durch diese Boote klar besetzt.

"close to perfection" aus Duisburg macht sich startklar für den Pfahlzugkraft-Wettbewerb.
„close to perfection“ aus Duisburg macht sich startklar für den Pfahlzugkraft-Wettbewerb.

Tradition seit 30 Jahren!

Die „International Waterbike Regatta“ (IWR) ist eine im Jahr 1978 auf Initiative einiger Hannoveraner Schiffbaustudentinnen entstandene Regatta, bei der sich die Teilnehmenden im Renntretbootbau messen. Nach kurzer Zeit fand diese Veranstaltung eine immer größere Anhängerschaft und beschränkte sich innerhalb weniger Jahre nicht mehr nur auf Deutschland, sondern begrüßt seither Teilnehmende aus ganz Europa. Die Regatta wird jedes Jahr von den Studenteninnen einer anderen maschinen- und schiffbaulich orientierten Hochschule ausgetragen. Seither bietet sie neben sportlichen Aktivitäten und dem technisch-konstruktiven Wettbewerb eine interessante Plattform, um sich auszutauschen und internationale Kontakte zu knüpfen.

Ein Blick auf vier der privaten Tretboote, im Vordgrund "WATERSPEED holiday".
Ein Blick auf vier der privaten Tretboote, im Vordgrund „WATERSPEED holiday“.

Samstag rollten ab morgens einige lange Anhänger mit Tretbooten, Zelten und Pavillons an und die Teilnehmenden bauten oberhalb der Badestelle ein Regattadorf auf. Wem dabei zu warm wurde, der ging eben zur Abkühlung in den See. Am frühen Nachmittag wurde die Veranstaltung eröffnet und der Programmablauf vorgestellt. Nach einem kurzen Briefing startete der Pfahlzugkraft-Wettbewerb. Dabei wird die durchschnittliche Kraft ermittelt, mit der die Boote innerhalb von 30 Sekunden an einem Festmacher ziehen. Das Siegerboot „close to Perfection“ der Uni Duisburg knackte mit 111,53 kg deutlich die 100 kg Marke.

"annaX" aus Rostock beim Pfahlzug.
„annaX“ aus Rostock beim Pfahlzug.

Gegen 18:30 Uhr trafen sich alle abgekämpft und frisch gebadet zum gemeinsamen Grillen. Die aufziehende Wetterfront tat der guten Stimmung keinen Abbruch, sodass nach den anschließenden Aufräumarbeiten der Grillabend den Abschluss des Tages bildete.

Die Gewinner der Langstrecke aus Rostock mit "annaX".
Die Gewinner der Langstrecke aus Rostock mit „annaX“
Die Gewinner des Pfahlzugkraft-Wettbe￾werbes aus Duisburg mit "close to perfection"
Die Gewinner des Pfahlzugkraft-Wettbe￾werbes aus Duisburg mit „close to perfection“

Am Sonntagmorgen zog um 8:30 Uhr der Geruch von Kaffee auf der Wiese auf und die Sonne begann sich vorsichtig durch die Wolken zu zeigen. Bis 10:00 Uhr gab es die Möglichkeit zu frühstücken, um danach die letzten Vorbereitungen für das Langstreckenrennen zu erledigen.

Iven (mit Laptop) und Olaf bei der finalen Besprechung der Langstrecke.
Iven (mit Laptop) und Olaf bei der finalen Besprechung der Langstrecke.
Iven hat die Langstrecke hinter sich.
Iven hat die Langstrecke hinter sich.

Die Bojen für den 6 km-Kurs mit 3 Runden wurden ausgelegt, letzte Kleinigkeiten an den Booten justiert und alle in Startposition gebracht. Ohne Fehlstart konnte gestartet werden und es ergab sich ein imposantes Bild auf dem See, welches einige Zuschauer angelockt hatte.

Dieter vom HPV gratuliert zur ge￾lungenen Veranstaltung
Dieter vom HPV gratuliert zur gelungenen Veranstaltung

Um 13:00 Uhr endete das HPB-Treffen mit den Siegerehrungen und Danksagungen. Hier wurden Hauptorganisator Iven Topp und Wettfahrtleiter Olaf Wohler (der sich schon dreimal in Hoya bewährt hatte) erwähnt. Die Favoriten setzten sich klar durch und machten in beiden Disziplinen das Podium unter sich aus. Bei den Privatbooten überzeugte „WATERSPEED holiday“ aus Oldenburg mit einem erstaunlichen 4. Platz beim Pfahlzugkraft-Wettbewerb und das Tretboot aus Jabel von Iven mit einem gutem 4. Platz beim Langstreckenrennen. Alle Teilnehmenden bedankten sich für das gelungene Treffen. Aus Rostock kam noch einmal die Einladung zur nächsten IWR im Mai 2026. Ebenso wurde ein nächstes HPB-Treffen im September 2026 angekündigt. Der Veranstaltungsort entscheidet sich noch zwischen noch einmal Jabel oder wieder in Hoya.

Das Team aus Rostock überreichte durch Arthur ein Klapp-WC für künftige Veranstaltungen.
Das Team aus Rostock überreichte durch Arthur ein Klapp-WC für künftige Veranstaltungen.

Wettbewerb Ergebnisse

WettbewerbPfahlzugkraftLangstreckenrennen 6000 Meter
1. Platz„close to perfection“ Duisburg„annaΧ“ Rostock
2. Platz„Reignbow“ Bremen„Reignbow“ Bremen
3. Platz„annaΧ“ Rostock„close to perfection“ Duisburg