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Hollandtour Juli 2001

Am Anfang stand die Idee, gemeinsam mit Barbara und Heleen eine Radtour zu unternehmen, am besten in einer Gegend, die schön ist und in der wir bisher noch nicht unterwegs gewesen waren. Außerdem war noch meine kleine Tochter Irene (22 Monate) mit von der Partie. Nach langem Wollen und Verschieben hatten wir einen Termin gefunden, während das Ziel schon länger fest stand: Es sollte in die Region Limburg gehen, das Dreiländereck Deutschland, Niederlande, Belgien, in der Zeit von 8. bis 14. Juli. Treff- und Startpunkt sollte der Campingplatz Roggel sein (auf Niederländischen und Belgischen Campingplätzen kann man für wenig Geld kleine Holzhütten mieten).

Die Anreise

Während Barbara und Heleen nur den kurzen Sprung aus Haarlem Niederlande zu bewältigen hatten, war es für mich etwas aufwändiger, da ich am Wochenende zuvor noch einen Termin in St. Andreasberg (Harz) hatte und Frau und Kind dabei in Bad Neustadt weilen wollten. Fahrrad und Anhänger hatte ich schon dabei und als ich gegen Mittag in St. Andreasberg aufbrach, konnte ich nach über 3 Stunden Frau und Kind wieder einladen, meine Frau dann ich Fulda an die Bahn bringen und weiterfahren. Bei Regen und dichtem Verkehr kommt schon so rechte Urlaubsstimmung auf. Nach nur 2xigem Verfahren bin ich am Ziel.

Sonntag Nacht 8. Juli, Mitternacht, Regen.
Endlich rolle ich auf den Parkplatz vor der Rezeption. Dort können sie auch etwas deutsch und der Wachdienst ruft nach zum Teil mißverständlichen Verhandlungen endlich auf Barbaras Handy an und geleitet mich zu deren Hütte. Da man um diese Zeit nicht mehr mit dem Auto auf den Platz darf, holen wir dann mit den Fahrrädern noch das Nötigste ran. Irgendwie hatte ich dann auch Irene zur Ruhe gebracht und gegen 1 Uhr morgens können wir dann auch schlafen.

Es geht los

Montag, 9. Juli Campingplatz Roggel
Nach einer viel zu kurzen Nacht wurden wir fröhlich geweckt. Was nutzt es, wenn man den Wecker auf 8 Uhr stellt, aber Irene meint, schon um 7 munter sein zu wollen. Um 7.30 sind wir dann auch aufgestanden und haben die Wanderung zum Waschhaus gemacht. Dort hatten sie sogar einen Wickelraum. Der Himmel war blau und verhieß einen schönen Tag. Den Frühstückstee mußten wir auf dem Sprituskocher machen, da die Gasflasche der Hütte leider leer war. Zum Frühstück hatte Barbara noch Croissants geholt und wir hauten richtig rein. Dann hieß es schnell packen und los, denn um 10 sollte die Hütte geräumt sein.

Während ich das Auto auslud und mein Gefährt zusammenbaute, wechselte Heleen Irenes stinkende Windeln (Prima, dann haben wir während der Fahrt Ruhe). Als dann alles fertig war, versuchte Irene begeistert in den Hänger zu klettern und riß dabei das Gespann um. Außer einem Schrecken war ihr nix passiert, aber dabei verbog sich der Ständer unrettbar, so daß ich ihn abbauen mußte. Mittlerweile war es 11 Uhr und warm geworden, so daß wir uns noch etwas leichter anzogen und dann endlich aufbrachen.

In wilden Schlingen fuhren wir auf schönen Wegen nach Horn und stießen da an die Maas. Allerding brauchten wir eine Weile, um das zu erkennen, weil sich das Wasser an der entscheidenden Kreuzung hinter einer Böschung verbarg. Die Entscheidung, in welche Richtung wir abbiegen sollten war immer sehr einfach, denn es wehte eine frische Brise: Wie es sich für eine gute Radtour gehört, die Nase in den Wind und dagegen anstrampeln :-) Wir fuhren dann immer an der Maas entlang bis wir nach 24km kurz vor Thorn einen schönen Rastplatz fanden.

Da war Picknick angesagt, um den immer lauter knurrenden Magen von Barbara zu beruhigen. Der Platz war ein abgezäuntes Areal mit einer verschlossenen Hütte, Tischen und Bänken und seltsamen Holzgestellen auf langen Stangen. Irene nutzte die Zeit mehr zum Toben als zum Essen, während wir reichlich brotzeiteten.

Thorn erwies sich als wunderhübsches Bilderbuchstädtchen, nur das Pflaster schien den beiden ungefederten nicht so zu gefallen. Danach rollten wir völlig unbemerkt über die Grenze nach Belgien, den Wechsel merkten wir nur an der anderen Farbe der Schilder. Durch Maaseick und über Land ging es bei Elen wieder an die Maas. Dem Ufer folgten wir an vielen Kiesgruben vorbei bis zur Fähre Grevenbicht. Dort war ein Aussichtspunkt mit Tisch und Bank, hier wollte ich Irene eigentlich wickeln, aber als ich noch das Rad abstellte, schlief sie im Hänger tief und fest ein, so daß es nur eine Rast wurde. Weiter gings auf einem Damm über Land, der Blick in die Landschaft war sehr schön da oben, der Gegenwind weniger. Schließlich erreichten wir den Maas-Kanal an dem es weiter aufwärts ging. Da Irene seit längerem wieder wach war, wurde die erste Bank als Wickel- und Rastplatz genutzt.

Pause
Rast am Maas-Kanal

Während wir noch rasteten, sahen wir sogar noch zwei Liegeradfahrer.

Unser Ziel erreichten wir in Lanaken, nach längerer Orientierung an einem Bushalteplan fanden wir die richtige Richtung. An einem kleinen Laden ergänzten wir noch die Vorräte und die Frau an der Theke schenkte uns noch eine Flasche dubiosen Fruchtsekts. Dann ging es bergan, irgendwo muß doch die Abzweigung zum Campingplatz kommen,.... Als wir auf der Kuppe waren mußten wir uns eingestehen, daß wir die Abzweigung wohl verpaßt hatten. Also wieder runter und endlich um 18.30 Uhr nach 75,6 km angekommen. Die belgischen Hütten sind noch etwas komfortabler als die Niederländischen, und es gab ganz in der Nähe prima heiße Duschen. Auf dem vorhandenen Elektrokocher wurde ein köstliches Mahl bereitet und das erworbene Bier genossen.

Hütte
Campingplatz Lanaken

Dieser seltsame Pseudosekt war allerdings ein Danaergeschenk, uralt, ohne Kohlensäure mehr und schädelnd. Im letzten Tageslicht wurde dann noch schnell in die Karten geschaut.

Der zweite Tag

Aufbruch 10.55
Es begann die Briefkastentour: Lanaken schien einmal den Preis für den interessantesten Briefkasten ausgeschrieben zu haben, es gab kaum zwei, die gleich aussahen.
Am Ortsausgang stand noch eine "Reuse" am Straßenrand, zum Teil mit Dosen gefüllt. Meine Nachfrage ergab, daß das ein sog. Blickfänger sei, eine Herausforderung an alle Automobilisten, die immer ihren Müll aus dem Fenster werfen. Durch einige Wohngebiete kamen wir zur Schleuse des Kanals.

Irene nahm das alles unbewegt zur Kenntnis. Die beiden Damen fragten eine Gruppe Rennradler nach dem Weg und die antworteten; scheller ginge es auf dieser Seite, schöner ist es auf der anderen Seite, da fahren mehr Männer :-)

Auf jeden Fall ging es wieder runter, denn wir mußten auf der Talseite weiter. Wir blieben dann auf dieser Seite, ohne die vielen Männer. Die offizielle Radwegauffahrt zum Uferweg verdient noch Erwähnung, das ist nämlich die Auffahrt zur Autobahn, die parallel zum Kanal verläuft und erst kurz vor der Bahn zweigt der Weg ab. Das Stück am Kanal war nur kurz und bald rollten wir nach 34km auf den Marktplatz von ???.

Marktplatz
Marktplatz von ???

Nachdem die Stahlrösser an einem Stahlbaum geparkt waren, gab es Einiges zu tun. Während die beiden Damen zum Einkaufen loszogen, war für uns erstmal ein Notwickeln angesagt, hinter dem Blumenkasten wühlte ich in der Scheiße. Beim anschließenden Mahlzeiten war zu sehen, daß die Tour de France ganz in der Nähe vorbei fuhr, denn ständig kreisten die Kamerahubschrauber. Nach einem Blick in die prächtige Kirche ging es weiter.

Die Stadt schien kein Ende zu nehmen, denn die Straße ging ständig von Häusern gesäumt im Wesentlichen geradeaus. Schließlich konnten wir auf eine Nebenstraße abbiegen und wieder durch Felder und Dörfer fahren. Ein Dorf hatte schwarz geflaggt, (zum Teil mit Müllsäcken, Plastikplanen u.ä.) ohne daß ersichtlich war, warum. Schließlich verließen wir die Straße und wechselten auf einen landschaftlich sehr schönen grob geschotterten löchrigen Feldweg, der sich über die Hügel zog. Da hieß es konzentriert und kräftig fahren, ohne nach hinten überzukippen. Ein ungeschickt genommener Stein konnte da final werden. Auf einem schön aussichtsreichen Hügel machten wir dann nochmal Keks- und Bananenpause.

Weiter gings nach Toneren wo wir unser Quartier in einem Hotel nahmen: Hotel Chemin de Fer direkt am Bahnhof, wo auch sonst bei dem Namen. Ankunft 18.30 nach 69,6km und 4.40h Fahrzeit. Wir konnten unsere Räder im Lager unterstellen, zwischen all den Videorekordern des benachbarten Ferhsehladens. Das Zimmer war liebevoll blau tapeziert und brühwarm. Die Betten waren echte Durchhänger, aber es gab eine Dusche und ein Klo im Zimmer. Wären wir früher gekommen, hätten wir soger einen Logenplatz für die Tour de France gehabt, die war nämlich direkt vorbeigefahren. Zum Essen ging es nochmal in die Stadt: Wir ließen uns bei Majestix auftischen, belgische Spezialitäten. Nach einem Spaziergang durch die Stadt gings zurück zum Zimmer, das wir gerade noch rechtzeitig vor dem Wolkenbruch erreichten. Das Zimmer war immer noch brühwarm und an Schlaf kaum zu denken. Irene war munter und fiel aus dem Bett, unter großem Gezeter. Nach Umräumen konnten wir ihre Matraze auf den Boden legen. Irgendwann haben wir dann sogar geschlafen. Am Morgen sah das Zimmer dann aus wie nach einem Bombeneinschlag.

Auf Abwegen

3. Tag, 11.7. Aufbruch um 10.00:
Von Toneren nach St.-Martensvoeren, über den Radweg Flandernroute und weitere schöne Wege kamen wir an den Fluß Jeker. Den fuhren wir im Wesentlichen entlang, mit Rückenwind und leichtem Auf und Ab. Auf der langen Geraden rollten wir mit 25 km/h ohne Mühe. Der Bach wechselte den Namen in Geer. Nach 20 km erreichen wir den Albertkanal. Den querten wir und machten am Brückenkopf kurz Rast.
Dann ging es weiter den Radwegweisern folgend nach Maastricht. Das Problem war nur, daß Barbara auf der Straße weiter nach Maastricht fuhr. Nach einer Rechts-Links-Kurve erreichten wir eine Rastanlage mit Kiesplatz, Findlingen und Bänken.
Hier konnte sich Irene austoben, während ich Heleens Gepäck bewachte, damit sie es leichter hatte Barbara einzuholen. Sie haben sich zwar nicht erwischt, aber irgwndwann trudelten alle ziemlich verschwitzt und außer Atem am Platz ein und wir konnten Mitagsrast halten.

Gut gestärkt ging es an der Jeker (sie wird unter dem Kanal durchgeleitet) entlang, an ein paar Villen vorbei, hinein nach Maastricht. An einer Basilika mit feiernden Hippies vorbei, über die Maas, an einer Rundkirche vorbei und raus aus Maasttricht. Dabei sind die beiden husch, husch über einen Hügel gezischt und rechts abgebogen, bevor ich mit dem Anhänger hinterher kam und sie entdecken konnte. So rauschte ich durch bis Rotem, wo mich Heleen dann wieder eingesammelt hat. Nach einer Autobahnquerung ging es weiter an der Geul entlang. Da kamen wir dann an einen Berg, der sich bald als recht löcherig erwies. Gegenüber von einem Campingplatz waren zwei Einsiedlerhölen und ein Stollenmundloch.
In den Stollen mußte ich natürlich hinein, mit Barbaras Mikrotaschenlampe. Es ging vielleicht 15 m hinein, dann gabelte sich die Strecke und beide Abschnitte waren dann versetzt worden. Die Karte sagte, daß es hier Mergelgruben geben soll, das waren dann wohl abgeworfene Strecken, etwas weiter sahen wir jedenfalls eine Vierzigtonner aus dem Berg kommen.
Der Weg am Fuß dieses Berges wurde zum Fußweg mit Weidetoren und heftigem Auf und Ab. Das Unwetter, was uns bisher vor sich heregheblasen hatte, holte uns nun ein, so daß wir im Tivoli eingekehrt sind und Tee und Kuchen (Vlaai [Hefeteig, Kirschen und Blätterteiggitter]) einnahmen. Der laufende Fernseher zeigte, daß die Profis auch gerade durch den Regen tourten. Nachdem der Schauer vorbei war, ging es nach Valkenburg. Da ging die Kletterei los. An einer ehemaligen Kohlengrube, jetzt Bergwerksmuseum, ging es hinauf nach Sibbe und bei Sturm und Regen über die Hochebene durch Scheulder und wieder runter nach Gulpen. Nun wieder runter von der Hochebene nach Mechelen hinabgezischt. Weiter nach Epen (NL) berauf, weiter rauf Richtung Sippenaeken (B), aber nicht hinein, sondern auf der Höhe weiter rauf. Fotopause beim Aussichtspunkt auf Schloß Beusdal.

Aussicht
Aussicht auf Schloß Beusdal

Dort war so ein Sturm, daß es das Rad mit Hänger und schlafender Irene umgeweht hat. Wirklich ein böses Tal. Viel Geschei aber nix passiert. Weiter gings und nun doch an ein Paar Häusern von Sippenaken vorbei. Ein Sturm war da auf der Hochfläche, daß ich die ganze Wegbreite brauchte. Nun gings hinunter zum Schloß und wieder hoch auf die Paßhöhe. Dabei hats mich in der ersten Kehre mal von der Straße geweht. Bergauf mit Anhänger und Gegen- und Seitenwind ist schon ein besonderer Genuß. Die Serpentinen runter nach Sinnich und weiter Richtung Teuven. Von Sinnich nach Teuven gings hoch, dann nach links und hoch und nochmal hoch. Dieser Anstieg war richtig gemein. Man sah garnicht, daß man voran kam. Ich hatte mir den Hut ins Gesicht gezogen und fuhr stur vor mich hin, Barbara zählte Rinnsteinplatten und Helen versprach sich Belohnungen. Oben dann nach Rechts abbiegen nach Plank, dort links ab, sofort wieder nach rechts und in Ulvend haargenau auf der Grenze kurz stehen geblieben. Jetze gabs noch eine schöne Abfahrt und unten im Ort zeigte sich, daß die JugendherBERGe ihrem Nahmen alle Ehre machte: Mit leicht tänzelndem Vorderrad den Berg raufgequält. Ankunft 18.30 nach 75.89km. 14,5er Schnitt. Am Fahrradabstellplatz sahen wir dann die beiden Liegeräder stehen, die uns schon am Maas-Kanal begegnet waren. Egal, alles stehen gelassen und in den Speisesaal gewankt. Während die Kindermassen gerade rausgescheucht wurden, stürzten wir uns auf Suppe, betonartigen Kartoffelbrei aus der Tüte, Dosenpilzragout und Kroketten. Wenigstens war es warm und reichlich. Unser Zimmer war Studio 2, ein geräumiges zweistöckiges Zimmer, mit Herd, Spülstein, Bad mit Wanne, Tisch und wir bekamen ein Kinderbett. Genial. Außerdem auch noch eine prächtige Aussicht.

Ulvend
Blick von der JH Ulvend

Ich ging mit Barbara nochmal raus, um die "32" in ihrem Hinterrad zu richten, aber das war hoffnungslos: 2 gebrochene Speichen auf der Kettenseite.

 

Frickeln ohne Ende

12.7.
Beim Frühstück saßen wir dann sogar mit den Liegeradlern am Tisch und konnten etwas fachsimpeln. Aufbruch dann ca. um 10 Uhr. Barbara hatte sofort einen neuen Speichenbruch beim 1. Anstieg nach Uelvent, eine riesen 8 im Rad und dann damit durch die Berge :-( Ich hatte eine geile Abfahrt: 51km/h nach Slenakan, Barbara hatte den Horror, weil sie trotz Bremsen und wild eierndem Hinterrad immer schneller wurde. =:-o Ich nahm Ihr dann den Rucksack ab, damit war dann allerdings meine Federkapazität erschöpft, nun kam es öfters bis zum Anschlag. Durchs Gulptal, vorbei an Schloß Neubourg nach Gulpen. Dort war Markt und ein Fahrradladen. Wir kauften drei Speichen und der Mechaniker schraubte uns das Ritzelpacket ab. Heleen wickelt Irene und kauft ein. Nu is Mittag, aber wir haben erst 12km geschafft, also eilends weiter. Nach der Reparatur ging es nach Weijlre mit Schloß und Pinkelpause dahinter. Über einen schmalen Wanderweg an der Geul entlang ging es nach Schinopgeul. Da konnte man noch beobachten, wie ein Junge auf einem Baumstamm über der Geul seinen Mut verlor und von Vater und Bruder gerettet werden mußte. In Schinopgeul am Ansteig zum Bahnhof knallte die nächste Speiche weg. :-(
Nur schnell weiter nach Klimmen auf der Suche nach einem Fahrradladen. Nach nur einmal hin und herfahren haben wir ihn auch gefunden (er liegt eigentlich schon wieder raus aus dem Ort). Dort habe ich dann alle Kettenspeichen gewechselt. Beim Händler in der Wohnung hat Heleen Irene währenddessen gewickelt und Brote geschmiert. Nach dem Essen und nur 2h später ging es weiter nach Helen. Sicherheitshalber haben wir an der Hütte angerufen, daß wir kommen.

Durch die Brunsumer Heide ging es schleichend bergauf (false platt nennen sie das dort). Echt fies, es sieht eben bis leicht abschüssig aus und man kommt kaum voran. Endlich eine tolle Abfahrt, in der Talsohle rechtwinklig rechts ab nach Brunsum. Davon haben wir aber nur den riesigen Golfplatz durchfahren, weiter kurz nach Deutschland rein, bald aber wieder links ab nach NL. In Schinveld einkaufen, es setzt leicher Nieselregen ein, aber zum Glück nur kurz. Rüber nach D-Land nach Gangelt, raus auf die Felder. Mittlerweile lockerte sich die Hängerverschraubung immer öfter, so daß ich sie bei jedem Stop nachziehen mußte (Selbstsichernde Muttern mögen nicht zu oft bewegt werden, dann sichern sie nicht mehr. In Broichhovn rein in den Wald und da war dann alles voller Gewitterfliegen. Zum Glück hatten wir alle Brillen zur Hand, um die Augen zu schützen. Nach Saeffelen wieder nach rüber NL und weiter nach Knigsbos. Das ist ein langes Dorf und an dessen Ende liegt der Campingplatz, Ankunft nach 61km. Zum Abendessen gibt es Reis mit Schmorfleisch und Indonesisch Süßsauer. Sowas versöhnt einen dann wieder mit dem Schicksal. Und die sich lockernde Hängermutter konnte ich mit gezielten Hammerschlägen derart ovalisieren, daß sie auch wieder Halt hatte. Immerhin habe ich gelernt, daß selbstsichernde Muttern doch so sicher nicht sind, aber ein Hammer im Reisewerkzeug durchaus Sinn macht. Weil es bisher soviel Spaß gemacht hatte, beschlossen wir spontan, unsere Tour noch etwas zu verlängern und telefonierten nach möglichen Quartieren.

In die Verlängerung

13. 7., Aufbruch 10.30
Heute gings im Wesentlichen die Maas-Route entlang. Flaches Land, ordentlich Rückenwind, Weiden, Felder und Gewächshäuser. Die Maas kann ihren Wasserstand um viele Meter anheben, wie einem die hohen Deiche und die langen Säulen, an denen die Bootsstege befestigt sind, zeigen. Start in Koningbos, durch Maria Hoop, St. Odilieaberg, Leerup Roermont Mittagsrast um 12.50 nach 27km an der Linde an einer Abzeigungung mit Kreuz und Bank hinter Asselt. Da war ein richtiger Sturmwind (unglaublicherweise von hinten). Die LKW mit Tieflader und Bagger drauf fuhren aber auch wie der Wind. Bei Kessel mit der Fähre über die Maas übergesetzt, an der Maas längs, durch Baarlow mit Schloß und hier machen wir eine Wickelpause am Teich und genießen dort die Windstille. Beim Weiterfahren merken wir, daß Baarlow einen Schlenker der Radroute durch den Ort hat, der auch einfach abzuschneiden wäre, wieviel das Caffee wohl dafür bezahlt hat? Über Schotterstraßen durch Plantagen geht es wieder an die Maas, zw. Beeseel und Reuver steht eine Windmühle. Weiter Richtung Venlo, auf der Eisenbahnbrücke geht es wieder über die Maas und dann zwischen zahllosen Gewächshäusern durch. 2 Männer trugen sogar noch Klompen. Bei Velden mit der Fähre nach Gubernforst wieder übergesetzt. Durch Wald und Rosenfelder weiter nach Lottum. Dort haben wir Quartier bei einem Minicampingplatz, der auch im "Friende op de fiez" Zimmer anbietet. Ankunft ca. 17 Uhr, 67,6km, 17er Schnnitt max 30 km/h. Einkauf für Spagetti und Pfannkuchen, die das Abendessen bilden.

Der Endspurt

14.7. Aufbruch 10.30
Der letzte Tag begann schön, wurde aber bald grau und trübe. Zuerst ging es wieder durch die Rosenfelder nach Horst. Da begann es leicht zu tröpfeln. Weil wir nicht so recht flott vorankamen, zog ich die Regenplane auf den Anhänger. Aus dem Tröpfeln wurde Nieseln und irgendwann waren wir so naß, daß es sich nicht mehr lohnte, noch Regenzeug anzuziehen. So wurde die letzte Etappe in einem Rutsch durchgeknüppelt, was wegen der an sich schönen Landschaft sehr schade war. Es ging durch Meterik über America nach Helenaveen und von dort an einem malerischen Kanal entlang durch ein Naturschutzgebiet mit Torfabstich und Moor. Weiter über Peel in den Wald Richtung Roggel. Vorbei an ein paar Bauernhöfen wo es Heide heißt. Am Zaun hing sogar ein 1. Hilfekasten für Fahrräder. Das war wohl ein Omen, denn ca. 3 km vor dem Ziel fuhr sich Heleen das Vorderrad platt. Bei dem Regen wollten wir dann nicht flicken, sondern wir zogen flott durch, während Heleen weiterschob und Barbara holte Heleen dann mit dem Auto ab, während ich das Gespann transportklar machte. Dabei stellte sich heraus, daß Irene vor lauter Langeweile nahezu alle Druckknöpfe der Regenplane abgefetzt hatte. Trotzdem war es im Anhänger noch gemütlich trocken geblieben. Dann haben wir uns erstmal was Trockenes angezogen und im Auto ein Mittagessen eingenommen. So endete dann unsere schöne Radtour.