Human Powered Vehicles e.V.

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Spessart-Tour

Eine 1.Mai-Tour durch den Spessart

Das erste Mal unterwegs mit dem Greenspeed-Tandem

28.4.2001
Nun war es soweit: Das neu erworbene Tandem stand bereit, und der Kinderanhänger war zumindest fahrfähig. eine kurze Messung der Gespannlänge ergab 4,7m: Ein richtiger Roadtrain. Daß das Rohrgestell des Anhängers noch keine Farbe hatte störte ebensowenig wie, daß an der Plane anstatt vieler Druckknöpfe zum Teil noch Klebstreifen für Halt sorgten. Da die bestelle Kupplung zu spät geliefert worden war, verwendete ich eine Eigenbauversion. Die hatte zwar etwas Spiel, aber da sich das Zugfahrzeug nicht in die Kurven legte, war auch das egal. Zwar hatte ich gerade mal 50 km auf dem Greenspeed zurückgelegt, um es zu überführen und der Anhänger war außer als Gerippe unbeladen nur einmal um den Block noch nie gefahren worden, aber das war egal; scließlich habe ich ja Vertrauen in meine Konstruktion und den Ruf von Greenspeed und einmal ist immer das erste mal. Bei Problemen könnte man schon einen Weg zurück finden. Nach eingen Nachteinsätzen waren die Planen gespannt, die Gurte geschlungen und Irene fand es toll, hineinzuklettern. Unsere Begeisterung und Vorfreude hatte sich die Tage über gesteigert und nun, Samstag, sollte es losgehen.

Roadtrain
Unser Roadtrain

Am Morgen begann der Tag mit Nieselregen und wir wollten um 9 Uhr los. Aber bekanntlich dauert alles länger und mit Kind gleich noch mehr. Als wir dann um 10 Uhr starteten hatte das Nieseln aufgehört. Der Anfang der Route war bekannt: Harheim, Bergen, Bischofsheim, über die Fähre nach Rumpenheim, am Main entlang nach Dietesheim, über die B43 bis Steinheim, wieder an den Main und in Großauheim über die Bahnbrücke und raus zum Wigger. Wir waren langsamer vorangekommen als erhofft; Gegenwind, Anhänger und die Gewöhnung an ein neues Fahrzeug erfordereten ihre Zeit. Außerdem hatte es von Bergen bis Rumpenheim immer wieder geregnet und an der Rumpenheimer Fähre machten wir eine Bananenpause für Irene. Als wir nach 13 Uhr zum Wigger einbogen, kam er uns schon entgegen geradelt. Er konnte nicht länger abwarten, da er noch nach Mannheim mußte. Zusammen fuhren wir zum Chinesen um zu Mittag zu speisen. Bis dort hatten wir schon 48 km in 2.48 Stunden zurückgelegt, bei einer Maximalgeschwindigkeit von 48 km/h. Mit dieser Fahrzeit lagen wir dann doch genau in unserer Schätzung von 2,5 - 3 Stunden bis zum Wigger.
Das Essen wurde auf W.s Drängen sehr flott serviert und war lecker. Wir waren gut gesättigt, als es weiter ging. Auf Stefans Empfehlung querten wir wieder den Main um drüben bis Seligenstadt zu fahren. Die angekündigte gute Wegbeschaffenheit war zum Teil eher schlammig, eng und wurzelig, aber landschaftlich nett. Sogar Schafe gabs, aber die hatte noch keiner zu anständigen Straßen verhäkelt :-) . In Seligenstadt setzten wir wieder über, es war teurer als Rumpenheim 2,5DM statt 1,5DM, aber dafür gab es Fahrscheine. Es wollte auch wieder regnen, aber durch beherzten Kapuzeneinsatz konnten wir das Wetter von der Sinnlosigkeit seines Vorhabens überzeugen. Den Mainuferweg verfolgten wir weiter bis Aschaffenburg. In Aschaffenburg gab es eine Stelle, angekündigt durch Radfahrer absteigen, wo der Felsen bis fast an den Main reicht und wir mit dem Roadtrain schon ordentlich zirkeln mußten, um herum zu kommen. Bei Kleinostheim war ein Spielplaz am Uferweg. Da es gerade trocken war, nutzten wir die Gelegenheit, Irene etwas Abwechslung zu bieten und unseren Durst zu löschen (80km Strecke).
Dabei riß V. einen Druckknopf aus der Fensterfolie des Anhängers (der sich bis dahin als äußerst wasserdicht und spurtreu erwiesen hatte. Die klare Folie ist leider etwas dünner als die grüne, ich hätte sie wohl verstärken sollen. Nach Irenes etwas unwilligem Wiedereinstieg ging es weiter. Der ständige Gegenwind und die zum Teil recht aufgeweichten Wege bremsten das Vorankommen doch erheblich. Ein Vorteil dieses feuchtwindigen Wetters war allerdings, daß auf dem Uferweg nicht so ein Gedränge herschte, wie an sonnigen Tagen. Jedenfalls verließen wir den Mainuferweg am Ende von Aschaffenburg und fuhren in Richtung Sulzbach. Es war auffällig, wieviel Textilindustrie dort firmierte. Aber erst ein Ort weiter in Leidersbach stand am Ortsschild: "Das Herz der Textilindustrie", und hier war wirklich in jedem zweiten Haus irgendetwas mit Mode und Bekleidung, Pensionen gab es allerding keine. Obwohl es nun stärker bergauf ging als den Main hoch, sorgten der gute Straßenbelag und der Rückenwind für ein rasches Vorankommen. Nach Leidersbach fing die Steigung erst richtig an, so daß wir auch schon mal in den 1. Gang runter mußten; aber in Volkersbrunn war die Steigung dann richtig kriminell: Im 1. mit ordentlich Keulerei, da ist das Trike natürlich von Vorteil, da man auch mit unter 5km/h schnurgerade geradeaus fahren kann und nicht über die ganze Straßenbreite eiert. (Hier gab es dann auch reichlich Quartiere, aber wir hatten ja schon unser Ziel). Die Abfahrt dahinter war dann allerdings Belohnung, der Zug schnurrte ab wie Tier und der Anhänger spurte rappel- und schlingerfrei hinterher. Als wir die 60km/h überschritten bekam V. massive Bedenken, so daß ich dann auf etwa 40 abbremste. Nach einer Weile merkte ich dann einen warmen Luftzug, der von den Bremsscheiben her an meinen Händen vorbeistrich. Dank der guten Beschreibung von Ulli haben wir ihn dann in Heimbuchenthal auch gleich gefunden. Mit 102,5 km auf dem Tacho war der Einstieg in die Maitour doch recht gewaltig geraten, aber schön. Wir freuen uns schon auf morgen. Irene hatte es leider geschafft, die Fensterplane, ausgehend von der Öffnung des fehlenden Knopfes, weiter aufzureißen, so daß nun noch zwei weitere Knöpfe fehlen. Sie freute sich sichtlich, als es ans Austeigen ging, hatte den Tag jedoch in der ihr eigenen ruhigen Art klaglos im Hänger zugebracht.Trotzdem wollten wir mit Rücksicht auf Irene die nchsten Etappen etwas kürzer gestalten.
P.S. die brutale Steigung in Volkersbrunn wurde in der ADFC-Fahrradkarte mit nur einem Steigungunspfeil angegeben. Vielleicht waren wir doch nur zu müde und hungrig gewesen. Die Ankunft war um 3/4 7 und Uli hatte uns schon erwartet und seine Gästewohnung für uns hergerichtet und geheizt. Wir brauchten nur noch abzuladen, der Roadtrain in seienr Garage zu parken zu duschen und zu ihm rüber zu gehen.
Dort erwartete uns bereits ein leckeres Abendessen. Für Irene gab es noch eine überraschung, denn Uli hatte ein Artistik-Minifahrrad im Wohnzimmer stehen. So stabil und dafür gedacht, daß ein Erwachsener damit fahren kann und soll, aber so klein, daß es genau für Irene paßte. Es sehen und draufklettern war für sie eins. Den Rest ihres Abends war sie nicht mahr davon runter zu kriegen und ich durfte sie die ganze Zeit durch das Wohnzimmer schieben. Zum Glück für meinen Rücken mußte sie dann bald ins Bett und dank des Funkbabywächters konnten wir noch weiter drüben sitzen und erzählen.

29.4.2001
Am Nächsten Morgen war das kleine Fahrrad dann weggepackt, so daß wir ungestört frühstücken konnten. Es hatte zwar in der Nacht geregnet gehabt, aber der Tag verhieß schön und trocken zu werden. So wollte uns Uli dann noch ein Stück des Weges begleiten. Da es erstmal über Forststraßen durch den Wald gehen sollte, wählte er für sich ein MTB. Bei vergleichbar kleinen übersetzungen war das gemeinsame Bergauffahren und Unterhalten ganz angenehm. Bald jedoch begann Uli über einen schmerzenden Hintern zu klagen; er hatte sich halt doch schon zu lange mit Liegerädern verwöhnt :-) Wieder auf der Straße und bei leichtem Gefälle kamen die Vorzüge des Liegetandems sofort zum Tragen, wo wir schlaff rollten, mußte er schon reichlich reintreten um mitzuhalten. So kam es, daß unser Abschied unerwatrtet abrupt stattfand. Uli wollte nicht mit uns ins Tal abfahren und bis ich das richtig realisiert hatte, war er nur noch ein kleiner Punkt im Rückspiegel. Die Abfahrt ins Tal war jedenfalls sehr schön und die Ausblicke malerisch. Um ca. 1/4 nach 1, km-Stand 24,23 sind wir dann in Rothenbuch angekommen, wo wir Mittag halten wollten.
Während wir noch nach einem Gasthaus ausschau hielten, entdeckten wir einen einladenden Spielplatz und nach einer großräumigen Umrundung dessellben haben wir auch den Eingang dazu gefunden. Neben ein paar Spielgeräten hielten wir auf einer grossen Wiese mit Teich. Hinter mir plätschert ein Bach. Und unsere Süße lag uns sowieso schon seit Eintritt ins Hafenlohrtal in den Ohren, daß sie aus dem Hänger rauswill. Das Tal (Rohrwiesengrund) war sehr interessant, der Bach wild mäandernd. Vater und Tochter sitzen am Teich, was sie da wohl aushecken? Garnix, aber wir sind mal auf das schwankende Floß geklettert und haben am überlauf auf der Brücke gestanden und ins Wasser geschaut. Wasser ist halt für große wie kleine Kinder gleichermaßen faszinierend. Nach einer ausgiebigen Rast ging es dann weiter.
Auf einer Paßhöhe stand ein Hinweis zur Grotte. Da wir sowieso eine Trinkpause einlegen wollten, fuhren wir auf den Parkplatz und sahen und das Ding an: Eine kleine Säule mit Marienstatue drin. Eigentlich hatten wir uns unter Grotte ja was anderes vorgestellt. Dann kam noch eine wandernde Rentnergruppe vorbei, die uns in ein längeres Gespräch über unseren Straßenzug verwickelte. Interessierte, nette Leute....
Ankunft in Wiesen kurz nach 6, 54,7 km, Max über 60 und 12er Schnitt. Wir folgen dem 1. Wegweiser zu einer Pension "Schönblick" den Hang hinauf. Zwar reagierte keiner auf klingeln, aber auf der Terrasse hinter dem Haus fanden sich die Wirtsleute und die hatten auch einschönes Zimmer mit Balkon. Wir haben nur schell das Gepäck abgeworfen und sind noch etwas den Berg hinauf geschlendert, damit Irene Bewegung und wir Aussicht und Abendbrot kriegen. Kurz vor 8 waren wir wieder im Zimmer und legten eine protestierende Irene ins Bett. Um sie zu beruhigen legten wir uns dazu und sind dann gleich mit eingeschlafen. Die Nachtschichten und die Bewegung an frischer Luft forderten ihren Tribut.

30.4.
Da wir gestern vergessen hatten, Tee zu bestellen, gab es zum Frühstück nur Kaffee, aber sonst war es OK. Beim Verladen gab es eine Panne, man sollte nie einen Packsack von der Treppe auf seinen Boden werfen, meiner platzte auf wie eine Bockwurst :-( Aber im Falle eines Falles klebt Tape doch eben alles. Ich stellte die Tretlager noch etwas weiter ein, während V. 80 DM in der Pension ablieferte, und dann ging es los. Im Edeka von Wiesen kauften wir noch ein Bier von der Wiesener Brauerei, an der wir auch vorbei kamen. Erst einen kurzen Sprung zum Wiesbüttsee, den zu Fuß umrundet, und weiter gings. Leider hatte ich meine Mütze an den Wimpel gehängt und beim losfahren dort vergessen. Leider fiel mir das erst nach einer Abfahrt an der nächsten Steigung ein, so daß ich für eine Umkehr zu faul war. Dumm gelaufen, gerade jetzt, wo die Sonne zu braten anfing. Mundharmonikaspiel an Steigungen ist auch nicht der Bringer, da man immer mit Atembedarf und Takt kollidiert. Nach kürzeren Anstiegen zweigte die Nebenstrecke nach Bad Orb ab und der Spaß begann, denn nun kam eine tolle Abfahrt. Einziger Wermutstropfen: Beim überholen eines Treckrers haben wir die Kette verklemmt, aber wer will schon treten, wenn es in rasender Fahrt bergab geht? (Das Kettenproblem ist geklärt, aber nicht online behebbar, da durch die Tretlängenanpassung die hintere Kette zu kurz wurde. Zu Hause kann ich dann das einsetzen, was ich der vorderen Kette entnommen hatte, und dann wird es reichen. Wenn die 1. Ausfahrt gleich so lang ist, kann das schonmal passieren.) Jedenfalls war es eine grandiose Abfahrt.
Um 12.30 kamen wir nach 20km in Bad Orb an und brotzeiteten im Kurpark. Nach einem salzfeuchten Rundgang durch das Gradierwerk und nochmal Kind wickeln ging es um 13.50 in Richtung Wächtersbach über Aufenau weiter. Direkt an der Kuppe vor der Abfahrt nach Aufenau hinab tauchte ein Betonmischer im Rückspiegel auf und gegen Veronikas Protest spurteten wir los, damit er uns nicht noch eben überholt und wir haben es geschafft. Mit ca. 50 den Berg hinab und durch die Kurven vergrößerte sich der Abstand wieder und im Ort bog der Mischer ab. Nach Wächtersbach ging es im wesentlichen bergab und mit einem kurzen Schlenker über die Bundesstraße kamen wir in den Ort und direkt an einem Lidl vorbei. Dort wurde erstmal reichlich Wasser und ein paar Paprika beschafft. Mit einem Schwenk durch Innenstadt, Fußgängerzone und am Schloß vorbei kamen wir auch am richtigen Ende aus Wächtersbach heraus. Jezt galt es zu entscheiden: Entweder Straße mit 3km fiesem Anstieg oder durch den Wald, doppelt so weit, unbekannter Untergrund etc. Wir fanden zwar die richtige Abzweigung, aber ein Blick auf die Einstiegssteigung ließ uns die Straße wählen. Der Anstieg hatte es wirklich in sich, wir sind die ganze Zeit im 1. Gang gefahren, aber wenigsten war der Wald neben der Straße ganz ansehnlich. Wider Erwarten haben wir es dann doch ganz gut überstanden, da der Wald wenigstens Schatten spendete bei dem schweißtreibenden Anstieg.
Kurz vor Erreichen der Zielkuppe überholte uns ein Baustellen-LKW mit Anhänger, ordentlich mit Abstand, wie sich das gehört. Aber der Gegenverkehr war zu schnell, einer mußte anhalten und der Nachfolgende fuhr ihm hinten drauf. Außer ein paar zerkratzten Stoßstangen und zwei abgefallenen Nummernschildern war nix passiert, aber böse Blicke gab es doch.
Oben auf dem Berg angekommen fuhr es sich auch gleich wieder schön flott, durch Wittgenborn und weiter. Hier begann der Bereich der alten Bäume. Gelegentlich sah man alte Eichen ihre noch kahlen Äste gen Himmel recken. So waren wir mirnichtsdirnichts in Waldensberg. (Zwischen dem Ortsnamen und der Tatsache, dass der Ort nur gut 300 Jahre alt ist, bestehen offensichtlich Zusammnehänge). Dort zweigten wir ab, um durch den Büdinger Forst nach Büdingen zu fahren. Das ist ein äußerst sehenswerter Wald. Neben dem üblichen Gebäum blühten dort Obstbäume und standen uralte Eichen. Die Strecke war größtenteils geteert und gut fahrbar. Nach einigen netten Abfahrten und Ausblicken standen wir dann vor einem Werkstor. Während V. noch herunter kletterte, um die Klingel zu betätigen, fuhr das Tor auf und ließ eine Gruppe Bergradler durch, die sich schon auf die kommenden Steigungen freuten. Wir fuhren auch durch und hinein ins Werk. Ich vermutete, daß die wohl Akkumulatoren herstellen und richtig, am Haupttor, zu dem wir heraus kamen stand Sonnenschein.
Nun gings bahnparallel hinein nach Büdingen und erstmal zum Schloß und der historischen Altstadt. Ankunft nach 52,9km mit 12er Schnitt nach 4,16h Fahrt, gegen 17.50.
Dieser Tag war so richtig der Tag der Abfahrten, auch wenn es einige Steigungen zu bewältigen galt. Zuerst widmeten wir uns der Besichtigung der wirklich sehenswerten Altstadt von Büdingen mit sehr alten Häusern, Schloß usw. Die Zimmerbeschaffung schien erst nicht so einfach, obwohl wir Rat von einem an unserem Zug interessierten Bürger erhielten. Aber kurz vor 6 haben wir noch das Verkehrsamt gefunden, wo man uns, obwohl nur aushilfsweise von einer mittelalterlich gekleideten Frau besetzt, ein ganz gutes Hotelzimmer mitten in der Stadt zu einem akzeptablen Preis verschafft hat. Nebenbei erfuhren wir noch, daß anläßlich von Walpurgis ein Mittelalterspektakel mit Hexenprozeß stattfand. So konnten wir, nachdem das Fahrrad sicher hinter Gittern war, noch einen abendlichen Rundgang durch die Stadt machen, über die Stadtmauer, hinter dem Schloßgarten entlang, und schließlich konnten wir vor dem Stadttor noch einer Hexenverurteilung zuschauen. Im Gegensatz zum Harz verarbeitet man hier die Walpurgisnacht eher historisch als mythologisch. Die passende Kulisse haben sie ja. Beim Auspacken hat Stefan dann noch das Wiesener Bier auf die Treppe auf die Treppe geschüttet und die Flasche zertrümmert :-( . Schade drum. Nachdem wir Irene eingebettet haben, saßen wir noch schreibend und lesend auf der Dachterasse des Hotels, bis es wirklich zu dunkel war, dann sind wir auch ins Bett gesunken, und nach kurzer Zeit stoerten auch die lautstarken Motorisierten, die die Straße unter unserem Fenster durchfuhren, nicht mehr.

Am nächsten Morgen haben wir in der hohen Gaststube, die mit allerlei Zeug, u.a. auch 2 Grubenlampen, verziert war, gefrühstückt. Um ca. 10:20 haben wir die Stätte dann verlassen. 1.5. Aufbruch in Büdingen um ca. 10:20 Der Letzte Tag war landschaftlich nicht mehr ganz so reizvoll, aber irgendwie mußten wir ja auch nach Hause kommen. Also: Orleshausen, den Berg rauf nach Calbach, von da nach Hammersbach, OT Langenbergheim, da haben wir uns auf das Risiko eines ausgeschilderten Radwegs eingelassen. über nicht immer optimale, aber landschaftlich ganz nette Wege, z.T. auch durch den Wald, was bei der bratenden Sonne gar nicht schlecht war, fuhren wir nach Ostheim. Nachdem ich angesichts der den Waldeingang versperrenden Schranke schon meine Eisensäge schmerzlich vermißte, da wir uns neben der Schranke durch einen schmalen schlammigen Durchlaß quälen mußten, war der Weg hinaus einfacher, denn hier war nicht abgeschlossen. (Hier zeigte sich wiedermal, daß ich den Anhänger für das Ostrad entworfen hatte. Während er nämlich da hinter dem Fahrer verschwindet, überragt er uns am Greenspeed deutlich, so daß uns der Hinweis des Vorbesitzers, "das ist flach genug, um im Wald unter den Schranken durchzufahren" nichts nutzte.) Auf dem Weg nach Ostheim, bereits wieder auf der Straße, haben wir noch eben einen Trecker mit Anhänger mit feuchtfröhlicher Nahrung überholt. In Heldenbergen haben wir schnell noch Rainer H., einen Liegeradmailinglistler besucht, seinen ganz jungen Nachwchs (4 Wochen) schlafend im Kinderwagen und seinen Fuhrpark besichtigt. Gemeinsam haben wir dann unsere Hupe zerlegt und den Fehler beseitigt, der ihr die Stimme geraubt hatte. Von da sind wir im wesentlichen gerade durch, auf uns schon vertrauter Strecke über Karben und Petterweil nach Hause gefahren. In Seulberg an einer Pferdeweide haben wir dann noch eine befreundete Familie mit ihren Fahrrädern, auf die, nebst den Puppen, sich Irene mit Begeisterung gestürzt hat, getroffen. Um ca. 5 Uhr waren wir nach 52km wieder zu Hause und haben Irene nach einer Wicklung endlich in den Garten entlassen. War ganz nett so der Ausflug. Obwohl nur ca. 260 km lang und direkt vor der Haustür aufgebrochen, haben wir viel Schönes und Neues gesehen und erlebt. Kann man öfters machen und da sich auch die Technik im wesentlichen bewährt hatte, werden wir es wohl in ähnlicher Form auch wieder tun.