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Vergleich Velomobile Quest und DF

Josef Janning (User "jupp" im Velomobilforum), Gewinner der HPV-Idee des Jahres 2011, hatte sich vor einigen Monaten ein neues Velomobil gekauft, ein DF. Er hatte jedoch sein bisheriges Velomobil, ein Quest, nicht verkauft, sondern dieses Fahrzeug wurde beim Hersteller in Dronten überarbeitet.
Zwischenzeitlich fuhr er 4.000 km mit dem DF und nutzte das langjährige Er"fahr"ungswissen aus den Fahrten mit dem Quest dazu, um die beiden Velomobile miteinander zu vergleichen.

Das Quest hat unendlich viel Platz im Inneren und ist durch seine Federung praktisch allen Bodenunebenheiten gewachsen. Josef beschreibt das DF als  "sportlich-frecher Roadster", "der schärfer gefahren werden möchte, geradezu nach Kurven giert, aber den Fahrer jederzeit umfassend über den Fahrbahnzustand informiert. Die Abstimmung ist straff, Stöße werden zwar abgefedert, aber nicht geschluckt". Sein Resumeé: "Das Quest ist ein tolles Gefährt, auch im Unterschied zu einem tollen anderen Gefährt, dem DF. Bin froh, beide zu haben."

Josef beschreibt Unterschiede beim Gewicht, bei der Aerodynamik, der Durchlüftung usw. Insgesamt finde ich den Vergleich sehr fair und von der Zuneigung zu beiden Fahrzeugen geprägt. Josef zeigt mit seinem Vergleich schlicht, dass auch ein Quest genug Potential hat, um mit ihm und seinen besonderen Eigenschaften im Alltag gut über die Runden zu kommen. Und diese Eigenschaften könnten für viele vor allem Alltagsradfahrer und Pendler ("commuter") möglicherweise sogar wichtiger sein, als auf unter Umständen nur wenigen Prozent einer täglichen Strecke statt 45 km/h dann die 5 davor stehen sehen zu können und den Gesamtfahrschnitt (inkl. Ampeln und Zebrastreifen, Abbiegen an Kreuzungen) um einige Zehntel km/h zu steigern. Anders sieht es sicherlich aus, wenn man längere Strecken über Land fährt mit nur wenigen Stops und Unterbrechungen und gutem Untergrund. Man muss es ja zugeben, die meisten Velomobilfahrerinnen und -fahrer werden das Meiste ihrer Strecken auf Freitzeit- und Spaßrunden erfahren. Und dort wird der Luxus einfach in Anspruch genommen, bei gleicher Leistung (gelegentlich verhilft die Motivation zu zusätzlichem "Rückenwind") statt 45 km/h vielleicht 50 oder gar 55 km/h auf dem Tacho stehen zu haben.

Für mich persönlich gilt: Ich brauche für den Alltag kein Velomobil, das ist für mich absoluter Freizeitluxus, der dazu ziemlich teuer ist. Für die 6,5 km Arbeitsweg reicht mir ein aufrechtes sog. "Stadtrad" (ungefedert, 7-Gang, Hydraulik-Felgenbremsen, LED-Dauerlicht) für günstiges Geld. Für komfortables Fahren (inkl. Querfeldein) nehme ich eine HP Velotechnik Speedmachine, fürs schnelle Cruisen und einen hohen Hormonpegel nehme ich mein Merlin (Carbon-Tieflieger aus Schweizer Provenienz, nur wenig Gepäck) oder das Milan. Für mich ist die Wahl keine Qual. Im Gegensatz zur Fraktion der "Normal"radfahrer liebe ich die Auswahl, die - im Extremfall - Komfort und Geschwindigkeit in überragender Wiese miteinander verbinden.