Human Powered Vehicles e.V.

hpv



HPV-Blog

Ein Jahrhundertrekord wurde gebrochen

Hier berichtete der HPV-Blog am 18. Dezember 2015 darüber, dass sich der US-Amerikaner Kurt Searvogel einem seit 1939 bestehenden Weltrekord des Engländers Tommy Godwin gestellt hat und auf dem besten Weg war, diesen Weltrekord tatsächlich einzustellen.

Es ist nicht fassbar, was diese Leistung an persönlichen Ressourcen frisst: ein Jahr lang täglich ca. 335 km zurückzulegen - inklusive Pannen, Pausen, Winter, Sturm, Regen, mehreren Unfällen, Notaufnahmen im Krankenhaus wegen Asthmaanfällen usw. usf. - eben alles, bei dem sich die meisten unserer Zeitgenossen scheuen, überhaupt 100 Meter zu Fuß zurückzulegen. Daneben muss der Verdienstausfall verdaut werden - Searvogel betreibt ein kleines Software-Unternehmen, das ihm diese Freiheit erlaubt.

Am 4. Januar 2016 hat es Searvogel geschafft, er hatte zu diesem Zeitpunkt den bestehenden Rekord eingestellt. Die SZ ergänzte dies in ihrem Artikel, die Welt berichtete ebenfalls.

Weiterlesen ...

Gesammelte Links der vergangenen Wochen

Diesmal ausnahmsweise eine nur kurze Übersicht mit Links zu zahlreichen interessanten Stellen mit Bezug zu HPVs:

Zum Abschluss noch ein kleines Gedicht, das Karsten H. im de.rec.fahrrad gepostet hatte und das mir bislang unbekannt war:
Fahrrad unser auf Erden!
Geheiligt werde dein Rahmen,
deine Geschwindigkeit komme.
Dein Einsatz geschehe,
auf Straßen wie auf Feldwegen.
Unsere tägliche Fahrt gibt uns heute.
und vergib uns unsere miese Wartung,
wie auch wir vergeben unseren Händlern.
Und führe uns nicht zu Unfällen,
sondern erlöse uns von den Pannen.
Den dein ist der Weg und die Reise und die Fahrfreude,
in Lebendigkeit.

Amen.

Ich werde mich erst wieder im neuen Jahr melden. Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern erholsame Weihnachten, möglichst keinen Glätterutsch ins neue Jahr (Spikes nicht vergessen!) und die eine oder andere Gelegenheit, die zahlreichen Kalorien mit einer schönen Fahrradrunde wieder loszuwerden.

Nachtrag am 22.12.2015: Der Donaukurier berichtet ebenfalls über Herbert Schwarzer - diesmal schriftlich und mit großer Anerkennung. Selbst das sonst übliche Bashing entfällt ("soan Schmarrn, des kann doch nimma gsund sai"), das freut mich sehr.

Ein Jahrhundertrekord soll gebrochen werden

Der legendäre und seit 76 Jahren (1939) ungebrochene Weltrekord von Tommy Godwin von während eines Jahres per Fahrrad zurückgelegten 120.805 Kilometern wird zurzeit vom US-Amerikaner Kurt Searvogel angegriffen - dies berichtet die SZ in einem lesenswerten Online-Artikel.

Kurt Searvogel hat schon reichhaltig Erfahrungen mit dem Zurücklegen langer Strecken gesammelt und eine extreme Leistungsfähigkeit bewiesen (2014 neuer Altersrekord beim Race Across America). Laut Angaben der SZ steht steht Searvogels Kilometerstand nach 327 Tagen bei 109.228 Kilometer (334,02 km/Tag). Er muss damit in den verbleibenden 38 Tagen "nur" noch mindestens 11.577 km (304,7 km/Tag) zurücklegen.

Der Artikel erläutert ausführlich die Motivation hinter diesem Rekordversuch. Vier Tage lang kam auch ein Liegerad zu Ehren. Kurt Searvogel musste dann aber darauf verzichten, weil er mit seinem Asthma nicht genug Luft bekam. Unglaublich, dass er seine Strecken mit einem durchschnittlichen Puls von 90 bis 100 fährt.

Kleines Detail am Rande - anerkannt wird sein Rekord von der UltraMarathon Cycling Association (UMCA), nach deren Reglement auch auf dem jährlichen Weltrekord-Event des HPV auf der Dekra-Teststrecke Rekorde gefahren werden können. Ich drücke Kurt die Daumen für die restliche Strecke. Ich beabsichtige, nach Abschluss hier zu ergänzen, ob es geklappt hat.

Alter Schwede im Velomobil

Die Überschrift konnte ich mir nicht verkneifen: der 58-jährige Urpo Taskinen - Schwede mit finnischen Wurzeln - fährt vom Polarkreis aus nach Paris zum Weltklimagipfel. Naja, das ist für Velomobilisten eine gute Übung, liebe Focus online- und Bildzeitungsleser.

Doch während die Bildzeitungsleser mit einem Irren leben müssen, der sich "den Popo wund" fährt, kommt Urpo beim Focus nicht nur deutlich besser weg, der Klimaschutz scheint darüber hinaus einen besonderen Stellenwert zu haben, auf den aufmerksam zu machen in Ordnung scheint. Urpo darf sogar die deutschen Radwege bemängeln, die nicht für Velomobile gemacht und viel zu schmal und holprig seien. Da, lieber Urpo, werden dir die meisten Velomobilfahrerinnen und -fahrer voll und ganz zustimmen.

Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute Fahrt und ich hoffe, du schaffst es noch rechtzeitig bis Paris.

The 10 most beautiful bicycles of 2015

@Archetyp machte im Forum auf diese interessante Sammlung der 10 schönsten Fahrräder 2015 der BBC aufmerksam.

Aus HPV-Sicht besonders spannend ist die Auswahl der Räder. Immerhin gleich drei Liegeräder haben ihren Weg in die Sammlung geschafft:

  1. das kanadische "AreoVelo Eta", das beim alljährlichen Hochgeschwindigkeitsevent Battle Mountain fotografiert wurde,
  2. das Cargo bike "Velove Armadillo" (im Bild im Einsatz für DHL Niederlande),
  3. das Velomobil "The Future People Zeppelin" (ein Prototyp und Nachbau eines Dymaxion-Autos).

Ich bin angesichts solcher "Sammlungen" etwas zwiegespalten casino online www.svenskkasinon.se. Von "herkömmlichen" Rädern ist nicht viel zu sehen. Das ist einerseits verständlich, andererseits entspricht es aber natürlich nicht der Realität unserer Straßen. Außerdem dürften es einige der Räder aufgrund technischer Eigenheiten (z.B. besonders kleine Felgendurchmessen) schwer haben, den Sprung vom Prototypen zur (Klein-)Serie zu schaffen. Ich denke jedoch, das ist nicht das Ziel dieser Sammlung. Was es schafft, ist Appetit auf mehr zu machen: auf mehr Kreativität, mehr Phantasie, mehr Motivation, Rad zu fahren.

... and the winner of the Ecodesign-price 2015 is ...

Als vermutlich erstes deutsches Online-Magazin berichtet der HPV bzw. der HPV-Blog über einen der diesjährigen Gewinner des Ecodesign-Preises, gemeinsam ausgelobt vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt.

And the winner is: der Fahrradanhänger "hinterher". Die Webseite zum Fahrradanhänger ist mit Recht stolz auf das gelungene Konzept. Der HPV stellt sich als erster in die hoffentlich lange Schlange der Gratulanten und wünscht auch weiterhin viel Erfolg mit dem schönen Fahrradanhänger.

Highlands - Schottland, deine Kurven

Nochmal Zeit online - diesmal eine Reisebeschreibung "Highlands - Schottland, deine Kurven" in Schottlands Norden.

Highlands

Loch Torridon - CC BY 2.0: Oliver Clarke/Flickr

Eine neu gebaute Strecke sei so schön, dass man dauernd anhalten müsse. Das ruft doch nach Entschleunigung und gepflegtem Cruisen mit Liegerad oder Velomobil. Letzteres könnte besonders empfehlenswert sein, weil es dort bekanntlich häufiger regnet und windet. Es ist allerdings eine eher atmosphärische Schilderung der Strecke und nicht ein Bericht, an dem entlang man eine genaue Abfolge von Punkten erkennen könnte.

Doping im Amateursport

Mit dem Titel "Doping im Amateursport - Der falsche Triumph" geht die Zeit online auf Doping im Breitensport ein. Sich selbst zu optimieren ist nicht nur eine zentrale Anforderung im Berufsleben geworden, sondern wird schon seit einiger Zeit auf den Breitensport übertragen und führt dort zu den im Bericht an Hand von Interviews eindringlich beschriebenen Folgen. Spontan fält mir keine Lösung ein, außer, dass zukünftig nur noch der oder die Letzte gewinnen soll. Damit würden alle so langsam fahren wie der langsamste, um kurz vor dem Ziel ein ausgiebiges Pichnick zu genießen. In einem unbeobachteten Augenblick wird das Ziel hinter die gemeinsam wartende Gruppe gesetzt und alle haben gleichzeitig gewonnen. So oder so ähnlich wird es der HPV im übernächsten Jahr auf der Weltmeisterschaft 2017 in Mannheim anlässlich des 200-jährigen Drais'schen Jubiläum handhaben.

Scherz beiseite. Drogenmissbrauch im Amateursport sollte die gleichen Wirkungen nach sich ziehen können wie Doping im Leistungssport. Wer positiv getestet wurde, sollte für die Teilnahme an z.B. RTFs für eine bestimmte Zeit gesperrt sein. Wer den Bericht gelesen hat, schlägt die Hände über dem Kopf zusammen über den Leichtsinn, der sich hier breit gemacht hat.

Der HPV stellt sich freiwillig dazu bereit, dass auf seinen Veranstaltungen Dopingtests durchgeführt werden und fordert das Bundesinnenministerium ausdrücklich dazu auf, im Breiten- und Amateursport Dopingkontrollen zu finanzieren. Eine diesbezügliche Anfrage des HPV wurde leider abschlägig beschieden. Auf eine Anfrage bei der NADA erhielt der HPV trotz wiederholter Nachfrage keine Rückmeldung.

Nachtrag am 28.2. - zwischenzeitlich war eine erneute Kontaktaufnahme mit der NADA insofern erfolgreich, dass zumindest unser Wunsch nach Dopingkontrollen auf einzelnen und besonders relevanten Veranstaltungen (internationale Meisterschaften, Weltrekordversuche) zur Kenntnis genommen wurde. Ich hatte darauf hin Anfang Dezember 2015 in Absprache mit der NADA eine detaillierte Übersicht zugesandt. Aktueller Stand ist, dass das Justiziariat der NADA prüft, ob die Voraussetzungen für Dopingkontrollen vorhanden sind.