Human Powered Vehicles e.V.

hpv



HPV-Blog

Health - How to choose the best exercise bicycle

The Dallas Morning News zitieren in einem Bericht Kathy Dieringer, einem "board member of the National Athletic Trainers’ Association and co-owner of D&D Sports Med in Denton". Sie bezeichnet Liegeräder vor allem geeignet für Menschen mit Rückenschmerzen oder Gleichgewichtsproblemen.
Das hört sich doch gleich besser an als das in Europa immer wieder gerne hervorgekramte Vorurteil, das Gleichgewicht aif Liegerädern sei schwerer zu halten als auch "normalen" Rädern. Vor allem die "hamstring muscles" [Kniebeuger] würden in liegender Sitzposition viel eher benutzt als in aufrechter Sitzposition. Ein Upright würde dagegen eher Muskeln in Bauch, Gesäß, Rücken, Schultern, Nacken und Arme in Anspruch nehmen und stärken.

Naja, als mir anlässlich einer Not-OP der Bauchmuskel komplett durchtrennt wurde, habe ich Wochen gebraucht, bis ich wieder meine Beine auch aufs Liegerad hochwuchten konnte. So ganz ohne Bauchmuskulatur geht es auch hier nicht.

Reverse Gear sponsert Liegeradrennen nahe Toronto, Ontario, Canada

Reverse Gear vermeldet, dass sie ein neues Liegeradrennen sponsern. Das Rennen findet statt am 30.10.2016 "at the Canadian Tire Motorsport Park (previously Mosport), near Toronto, Ontario, Canada." Es handelt sich um eine Formel-1-Strecke und "Bikes and trikes, handcycles, velomobiles - all kinds of recumbents are welcome." Anmelden kann man sich hier. Viel Spaß und viel Erfolg!

Haftungsverteilung - Radfahrer kollidiert im Fußgängerschutzbereich einer Haltestelle mit aussteigendem Fahrgast

Das Kammergericht urteilte im Az. 29 U 18/14, "Kollidiert ein Radfahrer auf einem gekennzeichneten Radweg, der rechts an einer Haltestelle des Linienverkehrs vorbeiführt und für die Fahrgäste einen für sie reservierten Bereich von bis zu 3 m vorsieht, mit einem Fahrgast, der gerade einen haltenden Bus verlassen hat, kommt wegen des Verstoßes gegen § 20 Abs. 2 StVO eine Haftungsverteilung von 80% zu Lasten des Radfahrers in Betracht." Ein Grund mehr, auf Radwege zu verzichten.

Falsche Lehren aus den Doping-Skandalen

Nils Zurawski hat sich bei Telepolis seine Gedanken gemacht, was das neue Anti-Doping-Gesetz in der Lage zu leisten ist. Er sieht das Gesetz als falsche Antwort auf den weniger individuellen, jedoch eher systematischen Mißbrauch von Dopingmitteln. Dass sich die Bundespolitik darüber im Klaren ist, zeigt schon eine kurze Suche im Dokumentations- und Informationssystem (DIP) des Deutschen Bundestages (z.B. hier, hier und hier neben diversen anderen Vorgängen). Zurawski bemängelt jedoch, dass das Gesetz aufgrund vielfältiger Abhängigkeiten keine Wirksamkeit erreichen kann. Vor allem das hinter Leistungssport stehende Leistungsprinzip steht bei Zurawski im Mittelpunkt, das z.B. Erfolge mit weiterer Förderung verknüpft und es nicht ausdrücklich belohnt, dass Erfolge OHNE Doping erreicht wurden oder auch keine Erfolge erreicht werden konnten, WEIL nicht gedopt wurde. Dopingkontrollen und die geforderte andauernde Verfügbarkeit würden von den Betroffenen als Schikane empfunden.

Diese Kritik ist insofern nachvollziehbar, dass es mit Ausnahme nur ganz weniger Sportarten wie Fußball, in denen es auch auf Amateurebene möglich ist, von seinem Sport zu leben, dies in den meisten anderen Sportarten nur wenigen Sportlerinnen und Sportlern gelingt. Sie sind auf staatliche Mittel oder Jobs in staatlichen Einrichtungen wie Polizei oder Bundeswehr angewiesen, die in Einzelfällen durch Sponsoring ergänzt werden. Die ökonomische Situation vieler Sportlerinnen und Sportler sei deshalb regelrecht "prekär". Dabei scheint es immense Risiken zu geben, die Tests mit "falschen" Ergebnissen generieren.

Sein Fazit lautet deshalb, dass "[...] die Bekämpfung des Doping im Sport [...] damit nicht wahrscheinlich [ist], schon gar nicht um die korrupten Netzwerke dahinter dran zu kriegen. Und schließlich ändert das Gesetz auch nichts an den Bedingungen, unter denen Sport in einem weltweiten, Kapital-orientierten Veranstaltungszirkus betrieben wird, der nicht unerheblich für die prekäre Situation vieler AthletInnen verantwortlich ist."

Gutes Jahr für Recumbent Racing

Warren Beauchamp vom Komitee der WRRA (World Recumbent Racing Association) teilt es in einem Forumsbeitrag nicht ohne Stolz mit: es gab 8 neue Rekorde nach WRRA-Regeln im Jahr 2015. Einen dieser Rekorde fuhr übrigens Melchior Poppe beim Rekordwochenende. des HPV Deutschland.

Velomobil-Weltrekord - Auf der Überholspur

Der Kreisbote aus Weilheim, zugehörig zum Münchner Merkus, berichtet über Nicola Walde, die im Juli 2015 auf dem Weltrekordevent des HPV Deutschland auf dem Lausitzring einen bemerkenswerten 12-Stunden-Weltrekord mit ca. 585 km fuhr.

Die musizierende Polizistin wird sehr positiv und zugewandt präsentiert. Ein Bericht, der sich sehr angenehm liest und eine tolle Werbung für die HPV-Welt ist.

Nachtrag am 28.2.2016: Auch die Augsburger Allgemeine berichtete.

Ein Jahrhundertrekord wurde gebrochen

Hier berichtete der HPV-Blog am 18. Dezember 2015 darüber, dass sich der US-Amerikaner Kurt Searvogel einem seit 1939 bestehenden Weltrekord des Engländers Tommy Godwin gestellt hat und auf dem besten Weg war, diesen Weltrekord tatsächlich einzustellen.

Es ist nicht fassbar, was diese Leistung an persönlichen Ressourcen frisst: ein Jahr lang täglich ca. 335 km zurückzulegen - inklusive Pannen, Pausen, Winter, Sturm, Regen, mehreren Unfällen, Notaufnahmen im Krankenhaus wegen Asthmaanfällen usw. usf. - eben alles, bei dem sich die meisten unserer Zeitgenossen scheuen, überhaupt 100 Meter zu Fuß zurückzulegen. Daneben muss der Verdienstausfall verdaut werden - Searvogel betreibt ein kleines Software-Unternehmen, das ihm diese Freiheit erlaubt.

Am 4. Januar 2016 hat es Searvogel geschafft, er hatte zu diesem Zeitpunkt den bestehenden Rekord eingestellt. Die SZ ergänzte dies in ihrem Artikel, die Welt berichtete ebenfalls.

Weiterlesen ...

Gesammelte Links der vergangenen Wochen

Diesmal ausnahmsweise eine nur kurze Übersicht mit Links zu zahlreichen interessanten Stellen mit Bezug zu HPVs:

Zum Abschluss noch ein kleines Gedicht, das Karsten H. im de.rec.fahrrad gepostet hatte und das mir bislang unbekannt war:
Fahrrad unser auf Erden!
Geheiligt werde dein Rahmen,
deine Geschwindigkeit komme.
Dein Einsatz geschehe,
auf Straßen wie auf Feldwegen.
Unsere tägliche Fahrt gibt uns heute.
und vergib uns unsere miese Wartung,
wie auch wir vergeben unseren Händlern.
Und führe uns nicht zu Unfällen,
sondern erlöse uns von den Pannen.
Den dein ist der Weg und die Reise und die Fahrfreude,
in Lebendigkeit.

Amen.

Ich werde mich erst wieder im neuen Jahr melden. Bis dahin wünsche ich allen Leserinnen und Lesern erholsame Weihnachten, möglichst keinen Glätterutsch ins neue Jahr (Spikes nicht vergessen!) und die eine oder andere Gelegenheit, die zahlreichen Kalorien mit einer schönen Fahrradrunde wieder loszuwerden.

Nachtrag am 22.12.2015: Der Donaukurier berichtet ebenfalls über Herbert Schwarzer - diesmal schriftlich und mit großer Anerkennung. Selbst das sonst übliche Bashing entfällt ("soan Schmarrn, des kann doch nimma gsund sai"), das freut mich sehr.