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Weltrekorde auf dem Lausitzring von DEKRA

8. Juli 2017, ab 6:00 morgens

Auch dieses Jahr ermöglicht DEKRA, dass der HPV Deutschland Interessierten das Angebot machen kann, auf einer perfekt für Hochgeschwindigkeiten (zumindest aus Fahrradsicht) geeigneten Teststrecke mögliche Weltrekorde zu fahren.

Wie hier geschildert, konzentrieren wir uns in diesem Jahr ausschließlich auf "kurze" Strecken von 200 Meter mit fliegendem und 1 Stunde mit stehendem Start.

Eigentlich war (kurzfristig von DEKRA ermöglicht) vorgesehen, dass gestern abend das französische Team der IUT schon startet. Leider kam es zu Verzögerungen, sodass nur noch ein Start zu einem 1-Std.-Versuch möglich war. Aufgrund technischer Schwierigkeiten wurde dieser Vesuch durch einen spektakulären Umfaller im Start-/Zielbereich abgebrochen.

"Spektakulär" deshalb, weil das bei etwa Tempo 80 und eigentlich abseits aller kritischen Stellen (Kurvenbereiche) geschah. Ein Bild zeigt die "Brems"spur.

Heute morgen war die Strecke noch naß, weil es letzte Nacht geregnet hatte. Wir können die Strecke in der Zeit von 6 bis 8 Uhr und heute Nachmittag ab 16 bis 21:30 Uhr nutzen. Zumindest ist die Strecke jetzt (7:00) so weit abgetrocknet, dass das französische Team einige Versuche starten kann.

Für den Start ab 16 Uhr sind vorgesehen:

04:00-04:30pm    Jan v Steeg
04:30-05:00pm    Team Delft
05:00-05:30pm    Guillaume rider 1-4
05:30-06:00pm    Team Delft
06:00-06:30pm    Guillaume rider 1-4
06:30-07:00pm    Jan v Steeg
07:00-08:15pm    Guillaume rider 1-4
08:15-09:30pm    Nicola Walde

Die 30-Minuten-Blöcke sind für 200-m-Versuche, die 1 1/4-Stunden-Blöcke für 1-Std.-Versuche.

Für die Berichterstattung war es das zunächst, heute Nachmittag Abend können wir damit hoffentlich mehr berichten. Bis dahin!

Edit ab 20:30 Uhr

Jou, war schön abwechslungsreich. Höchstes Tempo war 103 km/h (200 m Messstrecke), gefahren Jan-Marcel van Dijken. Es gab auch den einen oder anderen Sturz - diesmal tatsächlich in den kritischen Kuren, aber alles ohne Probleme verlaufen.

Nici Walde meldete sich kurzfristig gegen 16 Uhr ab und teilte mit, dass sie erst im Laufe der Nacht hier sein kann. Wir sind nun schon am abbauen und gehen in den verdienten Feierabend. Morgen früh um 6 Uhr geht es weiter.

Von hier aus herzlichen Glückwunsch an Alain Hinzen zu seinem (erfolgreichen?) Versuch, den bestehenden Weltrekord über 1 h teilverkleidet einzustellen.

Edit Sonntag ab 9:00 Uhr

Heute morgen haben wir entgegen unserer Ankündigung von gestern nicht schon um 6:00, sondern erst um 8:00 mit dem Betrieb angefangen. Die zunächst vorgesehenen Teams wollten entweder auch einmal ausschlafen oder ihr Fahrzeug weiter vorbereiten.

Jan van Steeg hat nach kurzer Vorbereitung mit einem 1-Stunden-Lauf begonnen. Zurzeit fährt er Runden mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 85 km/h. Heike sagt, Jan hätte das mit Abstand eleganteste Start- und Stop-System. Er fährt mit Hilfe einer kleinen seitlich ausfahrbaren Rolle an, die er einfährt, wenn er ein bestimmtes Tempo erreicht hat. Wenn er anhalten will, fährt er die Rolle aus, neigt sein Fahrzeug leicht nach rechts und schon steht er. So hat er kein Problem mit der 15-Meter-Regel, und wenn er unterwegs anhalten muss z.B. aufgrund technischer Probleme, braucht er niemanden, der ihn hält. Ich werde mal gelegentlich ein kurzes Video dazu verlinken.

Das niederländische studentische Team "Delft" hatte gestern abend angekündigt, heute abend einen ernsthaften 200-m-Versuch starten zu wollen. Sollte Nici heute ebenfalls rechtzeitig zum Start da sein, könnte es also evtl. gleich zwei gute Gelegenheiten für neue Frauen-Weltrekorde geben - wir werden sehen.

Nici hat angekündigt, den 1-h-/Multitrack-IHPVA-Weltrekord angehen zu wollen. Soweit die Webseiten des IHPVA aktuell sind, gibt es diesen Weltrekord noch nicht und Nici wäre die erste Frau, die diesen Rekord aufgreift. Da die Wetteraussichten für heute ganz gut sind, könnte ihr das in einer respektablen Zeit gelingen.

Soeben hat Jan van Steeg seinen 1-h-Versuch vorzeitig abgebrochen. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von etwas über 70 km/h (mit zwei Zwischenstopps wg. technischer Probleme) scheint er aber ausreichend Erfahrungswerte aus diesem Lauf gesammelt zu haben, um die Stunde nicht mehr füllen zu müssen. So kann das französische studentische Team vorzeitig auf die Strecke. Es wird aber auf jeden Fall eine kurze Pause geben.

Noch ein kurzer Hinweis zum Wetter. Soeben hat es angefangen, leicht zu regnen. Die Radarkarte zeigt ein Wolkenband über der Gegend, wobei aber nicht genau klar ist, wieviel es hier regnen wird. Es kann also geschehen, dass wir für eine gewisse Zeit unterbrechen müssen, weil die Strecke naß ist. Das französische Team ist gestartet und sie wollen einige Runde Tempo machen und Veränderungen am Fahrzeug checken.

Edit 10:20

Das französische Team IUT hat nach 1,5 Runden abgebrochen, sodass das Fahrzeug auf halber Strecke vom Transporter aufgenommen werden musste. Nun ist wieder das Delfter Team unterwegs. Es tröpfelt immer mal wieder und es hat eine hohe Luftfeuchtigkeit, die auch der Grund für den Abbruch des IUT-Teams war. Mal sehen, wie weit die Franzosen kommen. Beide studentischen Teams sind im Übrigen hochengagiert, allerdings sehr im Test- und Prüfmodus. Wenn das Delfter Team aufgehört hat, wird Jan van Steeg einen weiteren 200-m-Versuch machen.

Edit 11:00

Hier kommt gerade ein größerer Schauer herunter, sodass Jan van Steeg abbrechen musste. Nun ist die Strecke naß und wir müssen warten, bis der Asphalt wieder trocken ist.

Edit 11:40

Der Schauer ist durch und aufgrund des schon wieder sonnigen Wetters ist die Bahn ratzfatz abgetrocknet. Nun könnten die Franzosen loslegen, was sie auch nach etwas Wartezeit tun.

Bisher konnten alle angemeldeten Teams reichlich Starts und Runden machen. Dies scheint nötig zu sein, weil es mit einspurigen Fahrzeugen schwierig ist, Übungsstrecken zu bekommen. Übung ist aber nötig, um mit diesen Fahrzeugen klar zu kommen. Der Lenkradius ist im Prinzip nicht vorhanden, hier ein Beispiel eines Teams:

Ausschnitt LenkwinkelLenkwinkel Beispiel

Grob geschätzt dürften das unter 10° sein. Damit muss man zuerst lernen, klarzukommen.

Edit 12:30

Wir gehen hier gleich in eine Pause von einer guten Stunde, weil ca. 40 PKWs ein Fahrsicherheitstraining beginnen werden und dafür auch den Außenkurs brauchen. Zurzeit ist das französische IUT-Team für einige Runden auf der Strecke und fährt super Rundenzeiten mit bis zu 95 km/h. Das Fahrzeug gibt es her, sie brauchen nur einen guten Fahrer / eine gute Fahrerin - das ist die andere Anforderung. So, hier zuerst mal Schluss bis voraussichtlich 17:30. Wir sind zwar zwischendurch eine Stunde auf der Strecke, aber das ist eng für Aufbau der Zeitmessung plus zwei 200-m-Versuche plus Abbau der Zeitmessung. Bis später also.

Edit 14:35

Die Rundfahrt auf dem Oval im Rahmen des Fahrsicherheitstrainings ist abgeschlossen und die fast durchweg extrem PS-starken Boliden sind nun mit dem eigentlichen Sicherheitstraining beschäftigt. Damit haben wir wieder Gelegenheit, auf den Außenkurs zu gehen. Eigentlich sollte das Team IUT aus Annecy auf die Strecke, aber es kommt zu technisch bedingten Verzögerungen. Da das Team Delft mit seiner Fahrt bis 20:30 warten möchte und niemand sonst in die Lücke springen möchte, ist das nicht weiter tragisch.

Edit 17:35

An dieser Stelle gehe ich etwas intensiver auf den WR-Versuch von Nici Walde ein. Nach einer kurzen Proberunde des IUT-Teams ist Nici Walde Punkt 17:30 gestartet. Nach napp 7 Minuten hat sie ihre erste Runde durch. Der Schnitt der ersten Runde ist noch nicht repräsentativ.

Geschwindigkeit pendelt sich nach der dritten Runde auf ca. 65 km/h und Rundenzeiten von ca. 5:15 ein.

erste Runde 60 km/h, 5:50
zweite Runde 67 km/h, 5:15
dritte Runde 65 km/h, 5:21
vierte Runde 66 km/h, 5:20
fünfte Runde 66 km/h, 5:18

Durchfahrt nach der vierten Runde:

Sechste Runde 66 km/h, 5:17
Siebte Runde 66 km/h, 5:19
Achte Runde 67 km/h, 5:14
Neunte Runde 67 km/h, 5:12

Inzwischen 48:06 Minuten verstrichen, damit bleiben noch voraussichtlich 3 Runden zu fahren.

Zehnte Runde 66 km/h, 5:15

Der Wind ist deutlich spürbar. Wieviel Tempo er frisst, ist aber schwer einzuschätzen, das wird Nici sicherlich besser im Nachklapp berichten können. Gestern abend war es deutlich weniger Wind, evtl. sogar eine etwas niedrigere Luftfeuchtigkeit, die ebenfalls eine Rolle spielt.

Elfte Runde 67 km/h, 5:12

Auf zur letzten Runde. Sie wird nach dieser letzten Runde 200 Meter hinter der Meßlinie von ihrem Team gestoppt, damit wir zügig Pieter Pas auf die Strecke schicken können.

Zwölfte und letzte Runde war 67 km/h und 5:13. Durchschnitt laut Zeitmessung 65,791 km/h. Die Observer müssen noch auf eine Stunde "kürzen" und es wird im Detail zu Veränderungen kommen. Wir gratulieren recht herzlich und freuen uns über diesen (vorbehaltlich Anerkennung durch IHPVA) neuen Weltrekord.

Im mehr oder weniger direkten Wechsel ist nun Pieter Pas auf die Strecke gegangen.

Erste Runde 60 km/h, 5:53
Zweite Runde 73 km/, 4:49
Dritte Runde 74 km/h, 4:46
Vierte Runde 71 km/h, 4:57
Fünfte Runde Pieter Pas hat ausgesetzt.

Ich nehme an, er hat ein technisches Problem nachhaltig nicht in den Griff bekommen. Er meinte schon am Freitag, dass er einfach zu viel Leistung bei einer bestimmten Geschwindigkeit brauchen würde.

Nun nehmen wir die Franzosen zwischen rein, bevor dann gegen 20:00 Jan-Marcel van Dijken und 20:30 das Team Delft jeweils einen 200-m-Versuch starten werden.

 

Nach den Franzosen, die einen weiteren reinen Testlauf zur Optimierung ihres Fahrzeuges durchführen, dürfen wir uns auf zwei ambitionierte Versuche freuen.

Jan-Marcel war bisher der einzige mit einem gemessenen Versuch größer 100 km/h und das niederländische Team hat eine ambitionierte junge Frau dabei, die ebenfalls etwas rocken will. Sie heißt Iris Slappendel und sie war eine sehr gute Rennradfahrerin. Sie gewann die niederländischen Straßenmeisterschaften 2014. Zuerst kommt aber Jan-Marcel. Wir sind zurzeit sogar 30 Minuten vor der geplanten Zeit. Unser energisches Zeitregime zeigt Erfolge und führt dazu, dass die zur Verfügung stehende Zeit optimal genutzt wird. DEKRA ist - dies akzeptieren wir gerne - an Erfolgen gelegen, bisher haben wir sie nicht enttäuscht.

Jetzt hat sich soeben Jan-Marcel auf den Weg gemacht. Und es gibt ein schönes Ergebnis: 108,5 km/h. Das müsste nach meiner Erinnerung sogar schneller sein als der bisherige Streckenrekord von 107,irgendwas. Das war also der zweite Erfolg in kurzer Zeit. Ob wir dieses Tempo irgendwie "verwerten" können, müssen wir sehen. Windgeschwindigkeit war maximal 2,8 m/s. Leider hat es ihn im Auslauf auf den letzten Metern noch umgeworfen, aber auch hier gab es keine Blessuren. Und ich erfahre gerade, dass 2,8 m/s leider doch zuviel ist. Maximal erlaubt sind wohl 6 km/h, 2,8 m/s sind aber ca. 12 km/h - schade.

Nun sind wieder die Franzosen für einige Testrunden auf der Strecke. Die Geschwindigkeit der zweiten Runde lag bei ca. 86 km/h. Das Team Delft macht sich nun langsam bereit, das Team IUT ist in der letzten Runde und danach wird es ein weiteres Mal spannend.

20:08, das niederländische Team ist gleich bereit, auf der Strecke zu gehen. Mal sehen, ob Iris ihr Potential ausschöpfen kann. Ein Weltrekordversuch ist auf der einen Seite unglaublich inspirierend, auf der anderen Seite ist der Puls schon auf 170, bevor es überhaupt los geht.

Tja, nach dem Start um 20:12 hat sie nach der ersten Runde abgebrochen, weil sie anscheinend von einer leicht festsitzenden Bremse am hinteren Rad ausgebremst wurde. Nun wird das zügig repariert, Ansage waren 15 Minuten, dann soll es einen neuen Startversuch geben. Allerdings ist der Wind in den vergangenen Minuten deutlich aufgefrischt, sodass eine eventuell erfolgreiche Weltrekordgeschwindigkeit nicht anerkannt würde.

So, Reparatur erfolgt, Hinterrad gängig gemacht, Das Team macht sich einmal mehr fertig, auch wenn die Windgeschwindigkeit wahrscheinlich zu hoch ist.

Start erfolgt.

Die erste Geschwindigkeitsmessung ist 51 km/h, das sagt aber noch nicht viel aus. Zumindest ist sie sicher im Fahrzeug unterwegs und sie hat noch zwei weitere Runden, um zu beschleunigen.

Ende der zweiten Runde und sie hält an. Das war es dann, weil es nun auch zu dunkel wird.

Ich mache nun Schluss, wir bauen ab und dann ist Ende.

Euch hat es hoffentlich gefallen!